Sport : Geld und gute Laune

Hoffenheim glänzt beim 4:1 gegen Bremen und freut sich über den Transfererlös für Carlos Eduardo

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Dauerauftrag.Foto: dpa

Ralf Rangnicks Stimme war weg. Der Trainer der TSG Hoffenheim hatte seine Stimmbänder überstrapaziert, obwohl seine Mannschaft beim 4:1 gegen Werder Bremen restlos überzeugt hatte. Auch sonst war es ein guter Tag für die Hoffenheimer. Sie verlieren zwar Carlos Eduardo, im Gegenzug aber erhalten sie eine Ablöse von bis zu 20 Millionen Euro. Es bestehen kaum noch Zweifel daran, dass der Brasilianer demnächst beim Russischen Meister Rubin Kasan spielen wird. „Es geht nur noch um Formalitäten“, berichtete Rangnick. „Die Klubs sind sich einig.“

Für Rangnick kommt der Abgang des eigenwilligen Stars äußerst gelegen. Mit einem Mal gibt es neuen finanziellen Spielraum für Verstärkungen. Hoffenheim kann bei seinen Wunschkandidaten Sebastian Rudy (VfB Stuttgart), Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg) und Adrian Ramos (Hertha BSC) neue Argumente auftischen, auch wenn Rangnick betonte, man werde keinen „Eduardo-Zuschlag“ zahlen. Für Gündogan wollte Hoffenheim sieben Millionen Euro zahlen, was die Nürnberger als viel zu wenig ablehnten. Hertha BSC wiederum konnte über das 3,5-Millionen-Angebot für Ramos nur lachen. Bei Rudy sieht es besser aus, Hoffenheim und Stuttgart liegen nicht mehr weit auseinander.

Am Samstag gegen Bremen konnten die Hoffenheimer schon einmal den Ernstfall ohne Carlos Eduardo proben. Es gelang ihnen auf beeindruckende Weise. „Wie wir in der ersten Hälfte gegen den Ball gespielt haben, das war schon richtig gut“, sagte Hoffenheims Trainer. Die Gastgeber zeigten die beste Halbzeit seit dem Einzug in die neue Rhein-Neckar-Arena im Januar 2009 und erklommen vorläufig die Tabellenspitze. Werder hingegen fand sich drei Tage vor dem Rückspiel in der Qualifikation zur Champions League bei Sampdoria Genua (Hinspiel 3:1) auf dem letzten Platz wieder. „Das war ein toller Auftakt“, sagte Rangnick. „Jetzt müssen wir diesen Weg weiter gehen.“ Man habe in der Vorbereitung auf die Saison extrem hart gearbeitet, Hoffenheims Trainer hatte das Ziel ausgegeben, die „fitteste Mannschaft“ zu stellen und „Fußball wie 2008“ zu spielen, als der Aufsteiger Hoffenheim mit Tempofußball zur Herbstmeisterschaft stürmte. Tempofußball zeigten die Hoffenheimer auch gegen kraftlos wirkende Bremer, die nicht nur im Mittelfeld Probleme mit der Geschwindigkeit ihres Gegners hatten, sondern mit dem unkonzentrierten Per Mertesacker auch ein Abwehrproblem. Keine allzu berauschenden Aussichten für das Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation. „Am Dienstag in Genua geht es um 15 Millionen“, sagte Allofs besorgt.

Den Hoffenheimern sind solche Zweifel derzeit fremd. „Wir haben heute einfach Gas gegeben. Es waren sechs harte Wochen, jetzt haben alle wieder Spaß miteinander“, sagte Stürmer Vedad Ibisevic, der das 3:1 erzielt hatte. Trotz des guten Auftakts könnte sich das Gesicht der Hoffenheimer Mannschaft noch ändern. Dank der Millionen für Carlos Eduardo.

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