Sport : Geldmedaille

Berlins Sportförderung soll um 50 Prozent gekürzt werden

-

Berlin (jgp). Der Berliner Landessportbund (LSB) soll im Jahr 2004 noch mehr sparen als ursprünglich geplant. Neue Pläne von Finanzsenator Thilo Sarrazin sehen nach LSBAngaben vor, die Sportförderung des kommenden Landeshaushaltes von derzeit 9,5 Millionen Euro auf 4,47 Millionen Euro zurückzufahren. „Die geplanten Wahnsinns- Kürzungen gefährden die Sportstadt Berlin“, sagte LSB-Direktor Norbert Skowronek am Dienstag. Der Berliner Sport musste in den vergangenen zehn Jahren bereits 50 Prozent seiner Förderung einbüßen.

Über Sarrazins Pläne will der Senat im Juni entscheiden. Setzt der Finanzsenator sich durch, hätte das auch für die Berliner Erstliga-Vereine weit reichende Folgen. LSB-Vizepräsident Dietrich Gerber meinte: „Zwei Drittel dieser Vereine, deren Etat zwischen 20 und 30 Prozent aus Zuschüssen der öffentlichen Hand bestehen, könnten ihren Spielbetrieb dann nicht mehr fortführen.“

Hinzu kommt, dass Sarrazin wohl die jährlichen Fördermittel aus den Einnahmen der Spielbank streichen will. Das sind zurzeit 800000 Euro, die sich auf 25 für Berlin werbewirksame Erstligisten verteilen. Betroffen wären davon Klubs wie der deutsche Wasserball-Meister Spandau 04 und der deutsche Volleyball-Meister SC Charlottenburg, die in diesem Fall auf die Teilnahme an internationalen Wettbewerben verzichten müssten. Zudem wäre die Hälfte der 93 Landestrainer-Stellen in Berlin gefährdet.

Weder Sportsenator Klaus Böger noch Finanzsenator Thilo Sarrazin (beide SPD) wollten sich dazu am Dienstag äußern. Wahrscheinlich wird Böger bei der in der kommenden Woche beginnenden Haushaltsklausur sein Veto einlegen. Dann wird verhandelt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar