Sport : Geldwäsche in aller Freundschaft?

Oliver K. hat für Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer einen Handyvertrag abgeschlossen, deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn

Frank Bachner

Berlin - Der Handyvertrag läuft noch bis Herbst 2005. Oliver K. hat ihn im Herbst 2003 abgeschlossen. „Ein ganz normaler Vertrag mit einer ganz normalen Laufzeit“, sagt er. Nicht mehr ganz so normal allerdings ist es, dass er den Vertrag für Robert Hoyzer abgeschlossen hat, den Skandalschiedsrichter. Und nur Hoyzer benutzt dieses Handy, Oliver K. hat ein eigenes. Das ist einer der Gründe, aus denen die Ermittler im Wettskandal auf den 24 Jahre alten K. aus Berlin aufmerksam geworden sind. Der zweite Punkt sind 2000 Euro. Oliver K. hat das Geld, das er von Hoyzer erhalten hat, auf sein eigenes Konto eingezahlt und dann an Hoyzer weiterüberwiesen. Zeitpunkt: Herbst 2004. Da hatte Hoyzer schon Spiele manipuliert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb auch gegen Oliver K. Der Vorwurf: Geldwäsche.

Doch K., Jurastudent, der schon das erste Staatsexamen geschrieben hat und vor allem seit langem mit Robert Hoyzer befreundet, bestreitet ganz entschieden, in den Wettskandal verwickelt zu sein. „Absurd“, sagt er. Und die Sache mit dem Handyvertrag, die sei so gewesen: „Robert hat mich gebeten, für ihn einen Handyvertrag abzuschließen, weil er selbst das nicht könne. Wegen eines Schufa-Eintrags sei ihm das verwehrt.“ Nun war Hoyzer aber zu dieser Zeit schon DFB-Schiedsrichter, und die werden gut entlohnt. Da wundert ein Schufa- Eintrag. Aber Oliver K. sagt: „Ich habe nicht groß nach den Gründen gefragt. Es war ein Freundschaftsdienst, da habe ich mir keine Platte gemacht.“ Hoyzer und er haben unter anderem im selben Verein Fußball gespielt, dem Spandauer BC. Heute ist Oliver K. im Kader eines ziemlich hochklassigen Vereins in Berlin. Und mehr will K. zum Thema Schufa- Auskunft nicht sagen. Dass er einen entsprechenden Eintrag hatte, das hat Hoyzer gegenüber der Staatsanwaltschaft selbst erklärt. Die Ermittler der Polizei freilich haben den Verdacht, dass Hoyzer durch dieses Manöver mit dem Handyvertrag über K. Spuren verwischen wollte. Spuren, die unter anderem zu Ante S. führen, der als Drahtzieher des Wettskandals gilt.

Für Oliver K. war auch die Geschichte mit den 2000 Euro nicht mehr als ein Freundschaftsdienst. Hoyzer habe damals, im Herbst 2004, Stress gehabt wegen seines Umzugs nach Salzgitter, wo er einen Studienplatz hatte, „und wegen der Schiedsrichterei“. Hoyzer habe keine Zeit gehabt, 2000 Euro auf sein eigenes Konto einzuzahlen. Deshalb habe er seinen Jugendfreund gebeten, dies für ihn zu erledigen. Hoyzer habe ihm 2000 Euro in bar übergeben, sagt K. Dieses Geld habe er, K., auf sein eigenes Konto eingezahlt und dann auf Hoyzers Konto überwiesen. Das Geld hatte Hoyzer seinem Freund allerdings in Berlin in die Hand gedrückt, er hätte also genauso gut selbst zu seiner Bank gehen können. Aber K. sagt, er sei da nicht misstrauisch geworden. „Darüber habe ich mir keine größeren Gedanken gemacht. Ich habe halt gesehen, dass der etwas im Stress ist.“ Der 24-Jährige räumt ein, dass die Geschichten „ungewöhnlich klingen“, aber: „Wer den Robert kennt, weiß, dass der manchmal etwas chaotisch ist. Dem traut man so etwas schon zu.“

Für die Ermittler der Polizei hat der Geldtransfer einen ganz anderen Hintergrund. Sie haben den Verdacht, dass Hoyzer die 2000 Euro als Belohnung für seine Manipulationen erhalten hatte und nun die Herkunft des Geldes verschleiern wollte. Deshalb dieser umständliche Transfer. In seiner Vernehmung allerdings hat Hoyzer deutlich erklärt, dass sein Jugendfreund K. keine Ahnung von den Manipulationen gehabt habe. K. jedenfalls will so schnell wie möglich mit diesem Fall abschließen. Den Handyvertrag wird er nicht verlängern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben