Sport : Gelsenkirchen rastet aus

Ailton ohrfeigt zwei Rostocker, Schalke verliert 0:2

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Der ehrgeizige Stürmerstar Ailton hatte sich eine Menge vorgenommen. Im dritten Anlauf wollte er endlich seinen ersten Bundesligatreffer für den FC Schalke 04 erzielen. Am Ende stellte er entnervt fest, bisher sei es eine „Scheißsaison“ für ihn. Wenige Tage zuvor noch Schütze des Siegtores im UICup-Finale gegen Slovan Liberec, wurde der impulsive Brasilianer beim 0:2 gegen Hansa Rostock zum großen Verlierer.

45 Minuten lang war er eine wenig beachtete Randfigur – bis er während der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf schlagende Argumente setzte und seine Wut an zwei Gegenspielern ausließ. Offenbar frustriert über seine Außenseiterrolle auf dem Platz watschte er zuerst Rostocks Verteidiger Joakim Persson mit einem „Wischer“ übers Gesicht ab und anschließend auch Uwe Möhrle. Schiedsrichter Florian Meyer zeigte Ailton die Rote Karte. „Das sind Dinge, die im Fußball passieren können, aber nicht dürfen“, sagte Jupp Heynckes, der Trainer des FC Schalke. Der Platzverweis sei aber „nicht allein spielentscheidend gewesen“. Sein Team habe trotz seines Eifers „zu wenig raffiniert“ nach vorn gespielt.

Schon vor der Roten Karte hatte Antonio di Salvo die überwiegend auf Abwehr eingestellten Rostocker in Führung geschossen – mit Hilfe der Schalker (33. Minute). Hamit Altintop verlor im Mittelfeld leichtfertig den Ball und Verteidiger Tomasz Waldoch konnte dem entschlossen Richtung Tor stürmenden di Salvo nicht folgen, der Torhüter Frank Rost keine Abwehrchance ließ.

Vor knapp 61 000 Zuschauern waren die Schalker zwar überlegen, brachten aber nur wenige durchdachte Angriffe zustande. In der ersten Hälfte waren sie fast nur bei Freistößen und Weitschüssen gefährlich, scheiterten aber immer wieder an Rostocks Torhüter Mathias Schober.

Ohne ihren verletzten Mittelfeldregisseur Lincoln suchten die Schalker vergeblich nach einem Mittel, um die auch in Überzahl defensiv eingestellten Rostocker in Bedrängnis zu bringen. Je länger die Suche anhielt, desto lauter wurde auf den Rängen der Ruf nach Jörg Böhme, dem unberechenbaren und trotz seiner jüngsten Disco-Affäre immer noch beliebten Mittelfeldspieler.

Doch Trainer Heynckes wechselte nach der Pause Hanke, Delura und Varela ein. Die Fans quittierten diese Wechsel mit Pfiffen und riefen noch lauter nach Böhme. Manager Rudi Assauer gab dem Trainer Recht. Es verdiene Respekt, dass Heynckes Böhme nicht gebracht habe, obwohl dreißigtausend Menschen ihn gefordert hätten. Möglicherweise spielt Böhme überhaupt nicht mehr für Schalke. In Gelsenkirchen wird spekuliert, Böhme könne den Klub sofort verlassen, wenn er einen Verein findet, der Schalke ein akzeptables Angebot unterbreitet.

Ohne Böhme, ohne Schwung und ohne Spielwitz stürmten die Schalker in der zweiten Halbzeit ihrer ersten Heimniederlage entgegen, die durch di Salvos zweiten Treffer besiegelt wurde (77.).

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