• Gemächlich gegen Geschwindigkeit Zweitligist Bietigheim empfängt heute im Pokal die Eisbären

Sport : Gemächlich gegen Geschwindigkeit Zweitligist Bietigheim empfängt heute im Pokal die Eisbären

Claus Vetter

Berlin. In Bietigheim-Bissingen geht es eher gemächlich zu. Jedenfalls im Straßenverkehr. Da brüstet man sich nämlich auf der offiziellen Homepage des 41 000-Einwohner-Städtchens unweit von Stuttgart damit, dass auf den Gemeinde-Straßen nun „nahezu flächendeckend Tempo 30“ gefahren werden muss. Womit Fakt ist, dass die Fans der Bietigheim Steelers heute eher langsam zur örtlichen Eishalle anreisen werden. Und zwar in ungewohnt großer Schar: Denn der Zweitligist empfängt in der zweiten Runde des Eishockey-Pokals den Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den EHC Eisbären Berlin.

Auf der Geschäftsstelle der Steelers waren sie am Montag ein wenig aufgeregt. Großer Andrang droht, weil, so sagt Trainer Dany Naud, „die Eisbären hier der beste Gegner sind, der seit Vereinsgründung vor 14 Jahren nach Bietigheim kommt“. „Aber wir werden nur 3500 Zuschauer in die Halle lassen, obwohl 4000 reinpassen“, sagt eine Mitarbeiterin. „Sonst ist das uns einfach zu voll.“ Der Schwabe liebt es gern ein bisschen gemütlicher, gell? „Nein, nein“, sagt Naud, ein Kanadier mit DEL-Erfahrung. Er richte sich auf einen ungemütlichen Abend ein. „Wir wollen defensiv und destruktiv spielen.“

Was wäre denn, wenn? Natürlich träumt Naud von der Sensation. „Vielleicht gelingt uns das 1:0, dann liegt der Druck beim Gegner“, sagt der Coach des in Liga zwei nur auf Platz elf rangierenden Klubs. „Als Trainer muss man halt träumen. Unsere Chance ist minimal, die Berliner spielen ganz, ganz schnelles Eishockey.“ Stimmt. Und das können die Steelers den Berlinern nicht verbieten: Die Bietigheimer Eishalle ist keine Tempo-30-Zone.

0 Kommentare

Neuester Kommentar