Sport : Gemeinsam an der Platte

Heute beginnt die Mannschafts-WM im Tischtennis

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Berlin - Aus einem Einzelsport wird am Sonntag ein einwöchiges Gruppenerlebnis, die Mannschafts-WM im Tischtennis beginnt in Moskau. Da nützt es nichts, allein einen überragenden Spieler zu haben wie Timo Boll. Nur mit Punkten von anderen wie Dimitri Owtscharow und Christian Süß wird die deutsche Mannschaft ihr Ziel erreichen: das Finale eine Woche später. In der Vorrunde treffen sie unter anderen auf die Japaner, mit einem Sieg gegen sie hatten sich die Deutschen bei den Olympischen Spielen in Peking die Silbermedaille gesichert.

Erst einmal spielen die Deutschen an diesem Sonntag gegen die Dänen, beim Tischtennis eine Ein-Weltklassespieler- Nation. Sie haben in Michael Maze einen, der beinahe jeden auf der Welt besiegen kann, Zehnter der Weltrangliste ist er. Doch hinter ihm klafft eine Lücke. Im deutschen Team hat sich dagegen Owtscharow dicht an die Spitze herangearbeitet, nämlich auf Platz 15 der Weltrangliste. Seine Bedeutung für die deutsche Mannschaft hat er bei der Anreise erst einmal auf anderem Gebiet gezeigt. Als der Busfahrer sie in Moskau zum falschen Hotel fuhr, fand der 21-Jährige die richtigen Worte auf Russisch. Bundestrainer Richard Prause sagte augenzwinkernd: „Damit ist er ab jetzt natürlich bei allen künftigen Veranstaltungen in Russland fürs Team gesetzt.“

Owtscharow ist in Kiew geboren, in der nächsten Saison wird er für den russischen Spitzenklub Fakel Orenburg spielen. Mit Boll kann er bei der Mannschafts-WM das Kernteam bilden, das würde beiden auch persönlich gut gefallen. Sie sind gut miteinander befreundet, im vergangenen Jahr haben sie ihren Urlaub zusammen in Ägypten verbracht. Wenn Owtscharow mit Boll zusammen im Odenwald trainiert, bezieht er ein Gästezimmer in Bolls Haus.

Die deutschen Frauen haben eine schwere Gruppe erwischt, „wir werden uns strecken müssen, um um das Viertelfinale mitspielen zu können“, sagte Bundestrainer Jörg Bitzigeio. Aus dem Team ragt keine Spielerin heraus, doch daran muss es schließlich nicht scheitern bei einer Mannschafts-Weltmeisterschaft.

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