Sport : Gemeinsam sind wir stark

Mathias Klappenbachs

Visionen über die wahre Macht der Dortmunder Fans Das moderne Unternehmen Fußball-Bundesligaverein stellt sich den idealen Anhänger so vor: Er kommt mit seiner ganzen Familie ins Stadion, verzehrt möglichst viele Speisen und kauft Merchandising-Artikel für seine Kinder, deren Mitgliedsantrag er kurz nach deren Geburt gestellt hat. Er ist schön artig, peitscht aber gleichzeitig die Mannschaft mit lauten Sprechchören und kreativen Choreographien nach vorne, damit sie endlich einmal wieder gewinnt. Und er macht keine Sitzblockaden wie die Dortmunder Fans, wenn das alles nichts genützt hat.

Dabei können die Verantwortlichen in Dortmund froh darüber sein, dass die in den vergangenen Jahren immer besser organisierten Fangruppen einen solchen Sitzstreik derzeit noch als letztes Mittel des Protests ansehen. Denn die von den Leistungen ihrer Mannschaft und der Vereinsführung Enttäuschten haben bei einem börsennotierten Verein wie Dortmund mehr Macht.

Ähnlich wie bei Manchester United, wo sich die Fans gerade ein Vetorecht gegen die Übernahme durch einen Investor zusammenkaufen, können sie ihren Verein übernehmen, wenn alle zusammenlegen. Um sich dann darüber zu zerstreiten, ob man das Stadion besser ganz verkaufen oder doch wieder zurückleasen sollte, um Tomas Rosicky oder Jan Koller behalten zu können. Oder darum, ob man noch einen Kredit aufnimmt, für den dringend gebrauchten Abwehrspieler. Und dann steigen alle zusammen trotzdem ab.

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