Sport : Gemeinsames Einzel

Benedikt Voigt

Das nennt man ein verfehltes Saisonziel: Vor einem Jahr haben die deutschen Tennisfrauen vom Sieg im Fedcup über die USA und den Einzug unter die vier besten Nationen der Welt geträumt. Ein Jahr später sind sie aus der Weltgruppe abgestiegen und heillos zerstritten. Gestern hat Julia Schruff die internen Verwerfungen durch eine Presseerklärung weiter gefördert. Darin warf die 24-Jährige der Teamchefin Barbara Rittner sehr schlechten Stil vor, weil sie in Interviews abwertend über Julia Schruff und Martina Müller reden würde.

Barbara Rittner und der Deutsche Tennisbund (DTB) wollen die beiden Spielerinnen am 4. November aus dem A-Kader streichen, weil diese im Relegationsspiel in China (1:4) gefehlt haben. Die Absagen hätte finanzielle Gründe gehabt, sagt der DTB. Kommunikative Gründe, widerspricht Müllers Vater. Tatsache ist, dass beide Spielerinnen ausgerechnet jener Begegnung fernblieben, die zum Charaktertest geworden war nach der demotivierenden Niederlage gegen die USA (2:3). Und eine extrem beschwerliche Anreise besaß. Das Relegationsspiel in China forderte einen ungewöhnlich hohen persönlichen Einsatz. Für die Mannschaft. Womöglich war das von einigen Einzelsportlerinnen zu viel verlangt.

Anstatt den Streit mit Presseerklärungen zu schüren, sollte Julia Schruff lieber zum Schläger greifen und ihre Weltranglistenposition weiter verbessern. Damit es Barbara Rittner in Zukunft vielleicht schwerer fällt, auf sie zu verzichten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben