Sport : Generation Golf-Rente

Bernhard Langers große Karriere ist fast vorbei

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Bernhard Langer steht vor der größten Zäsur seiner langen Karriere als Deutschlands bester GolfProfi. Mit dem Aus bei den British Open im englischen Sandwich hat für den 45-jährigen Schwaben am Samstag der langsame Abschied aus dem Kreis der besten Golfer begonnen. Der zweimalige Masters-Sieger, der nie Amateur war und mit 18 Jahren als Berufsspieler auf die europäische Tour kam, ist langsam an die Grenze seiner höchsten Leistungsfähigkeit gestoßen.

Die 152 Schläge (76+76) auf dem höchst schwierigen Par-71-Kurs im Royal St. George Club, mit denen Langer am Freitagabend den Cut (150) um zwei Schläge verpasste, waren nur eine Marginalie. Er landete auf dem 84. Rang und kommentierte den Misserfolg mit den Worten: „Das war wohl nichts. Ich habe einfach zwei Bogeys zu viel gemacht.“ Allerdings wolle er deswegen nicht in den Ruhestand als Golf-Rentner gehen. „Ich bin noch stark genug, zu den besten 50 bis 100 der Welt zu gehören“, wiederholte Langer äußerlich kühl und kontrolliert wie immer in seiner 27- jährigen Golf-Karriere.

Solche Sätze gibt Langer seit Jahren ab, wenn ihn Verletzungen oder Rückenprobleme plagten. Doch ein ständiges Muskelzucken macht ihm zu schaffen, auch wenn Langer das nicht öffentlich zugeben will.

Nun beginnt vielleicht ein neues Leben für Langer. Nach der Pleite strukturiert er seine Beziehung zum Golfball neu. Die plötzliche Trennung von seinem Caddie Peter Coleman 24 Stunden vor seiner 26. British-Open-Teilnahme war ein erster Hinweis, dass sich etwas ändern würde. Es war eine Entscheidung auf Wunsch des reisemüden 62-jährigen Engländers Coleman, der es leid geworden war, das unstete Leben Langers zwischen dessen Wohnsitzen in Florida und Anhausen bei Augsburg weiter zu teilen. Er hat seinen Anteil geleistet, dass Langer bei mehr als 60 Siegen über 21 Millionen Euro an Prämien eingespielt hat. Einfacher dürfte Langers Leben ohne seinen alten Begleiter kaum werden. Tsp/dpa

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