Sport : Geplatzte Träume auf Nebenplatz 19

Haas scheitert schon früh in Wimbledon

Kurzes Vergnügen. Für Thomas Haas war schon in der ersten Runde Schluss. Foto: AFP
Kurzes Vergnügen. Für Thomas Haas war schon in der ersten Runde Schluss.Foto: AFP

London - Der Tennisprofi Thomas Haas muss auf seiner Comeback-Tournee weiter auf das ersehnte Erfolgserlebnis warten. Zwei Jahre nach seinem Vorstoß ins Halbfinale ereilte den 33-Jährigen bei der Rückkehr nach Wimbledon das frühe Aus bei dem Grand-Slam-Turnier. Geknickt schlich Haas am Montag von Nebenplatz 19, nachdem er beim 6:7 (5:7), 6:7 (3:7), 6:3, 3:6 gegen den Luxemburger Gilles Muller vergeblich um den ersten Sieg seit dem 10. Februar 2010 gekämpft hatte.

Er war nicht der einzige deutsche Profi, der frustriert in die Kabine gehen musste. Auch der Augsburger Philipp Kohlschreiber hat bereits in der ersten Runde verloren. Der Turniersieger vom Turnier in Halle/Westfalen, der mit großen Ambitionen an die Church Road gereist war, unterlag dem Usbeken Denis Istomin 6:4 3:6, 3:6, 3:6.

Immerhin hatte aber Rainer Schüttler die zweite Runde erreicht. Der 35-Jährige aus Korbach setzte sich gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci mit 7:6, (7:3), 6:4, 6:2 durch. In der nächsten Runde bekommt es Schüttler mit dem Spanier Feliciano Lopez zu tun, der den Stuttgarter Michael Berrer mit 6:4, 7:5, 6:3 bezwang.

Für Haas war der sportliche Aufenthalt in London nicht bloß frustrierend, sondern auch mit einer Erkenntnis verbunden. Im All England Club musste Haas zur Kenntnis nehmen, dass es nach 15-monatiger Zwangspause und einer Hüftoperation schwierig ist, wieder die alte, bekannte Form zu erreichen. Jenen Zustand also, in dem Haas große Erfolge gefeiert hatte. In Paris, Halle und Wimbledon war für die ehemalige Nummer zwei der Weltrangliste schon nach der ersten Runde Schluss – die Furcht der Gegner wird angesichts dieser Bilanz sicher nicht wachsen. „Man muss sich die richtigen Fragen stellen und sich überlegen, ob sich das lohnt“, hatte Haas vor Wimbledon erklärt. Vielleicht hat ihn ja das Spiel der verpassten Chancen an der Church Road der Antwort wieder ein Stück näher gebracht.

Als Haas zwei Jahre nach seinem Halbfinal-Vorstoß um 12 Uhr 04 Londoner Zeit wieder den so genannten Heiligen Rasen betrat, empfingen ihn die Zuschauer mit aufmunterndem Applaus. Die langen Haare unter der nach hinten gedrehten Schirmmütze versteckt, begann der 33-Jährige bei seinem Comeback hochkonzentriert und gewann gegen den Linkshänder Muller sein erstes Aufschlagsspiel zu Null.

Auch drei Breakbälle im zweiten Service-Spiel brachten den Routinier, der sich mit Trainingspartner Roger Federer auf die Partie vorbereitet hatte, nicht aus der Ruhe. Ein kurzes Hadern über den leicht feuchten Rasen in Richtung der Stuhlschiedsrichterin („It's very wet“), mehr hatte Haas zunächst nicht zu bemängeln. Unterstützt von seiner Verlobten Sara Foster und seinem langjährigen Betreuer Nick Bollettieri auf den dicht gedrängten Rängen kämpfte sich Haas bis in den Tiebreak, den er trotz guter Chancen nach 50 Minuten abgab.

Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild: Haas hatte nach einem Break zum 5:4 bei eigenem Aufschlag sogar zwei Satzbälle. Nach leichten Fehlern ging es dann aber wieder in den Tiebreak, wo Haas im Nervenkrimi erneut den Kürzeren zog. Zwar holte er sich im Eiltempo den dritten Durchgang, doch am Ende gingen Haas die Kräfte aus, so dass Muller nach 2:42 Stunden feiern konnte und Haas wie schon bei den US Open 2008 aus dem Turnier warf. dpa

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