Sport : Gerechnet, geprüft, beworben

Der Lausitzring will den Lauf zur Motorrad-WM

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Klettwitz - Die Betreiber des Lausitzrings wollen sich die Chance nicht entgehen lassen, im nächsten Sommer einen Lauf der Motorrad-WM auszutragen. „Wir haben gerechnet und geprüft und schließlich ein offizielles Angebot zur ADAC-Zentrale in München geschickt, bei dem die Entscheidung letztendlich liegt“, sagte Pressesprecherin Carolin Schneider dem Tagesspiegel. „Zu den Einzelheiten des Konzeptes wollen wir uns derzeit nicht äußern.“ Die Veranstaltung müsse aber wirtschaftlich tragbar sein.

Acht Tage lang waren im Bürotrakt der Rennstrecke 130 Kilometer südlich Berlins intensiv die Risiken und Vorteile einer solchen Großveranstaltung abgewogen worden. Zuvor hatte der ADAC Sachsen den nächsten Motorrad-Grand-Prix aus finanziellen Gründen abgesagt. Trotz des riesigen Interesses von 230 000 Zuschauern hatten die Rennen auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal einen Verlust von jährlich 600 000 Euro hinterlassen. Da der spanische WM-Vermarkter Dorna seine Lizenzgebühr von zwei auf 3,6 Millionen Euro ab 2012 erhöht hat, sah der Sachsenring keine Chance mehr auf einen WM-Lauf. Außerdem verlangte der Motorrad-Weltverband umfangreiche und kostspielige Umbauten.

Diese würden auf dem Lausitzring entfallen, dennoch müssten die Betreiber eine stattliche Summe an Eintritts- und Sponsorengeldern zusammenbringen. Denkbar wäre auch eine staatliche Beihilfe, zumal die im Jahr 2000 eröffnete Rennstrecke überwiegend mit Steuermitteln erbaut wurde. Nach Auskunft des Brandenburger Wirtschaftsministeriums haben die Geschäftsführer bisher nur einen Antrag auf Fördermittel für den Bau einer Moto-Cross-Strecke gestellt. „Eine Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Der ADAC als Rechteinhaber des deutschen WM-Laufes will nach eigener Auskunft in den nächsten acht Tagen über das Konzept des Lausitzringes entscheiden. Unterdessen kämpfen die Fans am Sachsenring um ihre Strecke. Am vergangenen Sonntag beteiligten sich trotz Dauerregens 5000 Menschen an einer Lichterkette für die Fortsetzung der WM-Tradition in Sachsen.Claus-Dieter Steyer

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