Sport : Gerechte Platzvergabe

Stéphanie Souron

erklärt, warum die Olympia-Kriterien des NOK richtig sind Der olympische Gedanke kennt keinen Ehrgeiz: Dabei sein ist alles, und wer gewinnt ist letztlich unwichtig. Florian Mayer hat sich über kleine Tennisturniere in die Grand-Slam-Serie gespielt und stand plötzlich in Wimbledon im Viertelfinale. So einer muss doch dabei sein bei den Olympischen Spielen! Doch das Nationale Olympische Komitee (NOK) hat Mayer nicht nominiert. Sein Viertelfinal-Einzug kam zu spät, am Stichtag hatte er die nationalen Kriterien nicht erfüllt.

Das NOK entsendet 452 deutsche Sportler nach Athen – eine Expedition, die rund 4,6 Millionen Euro kostet. Mayer wäre da eine finanzielle Erdnuss. Aber darum geht es nicht. Dabei sein ist alles gilt nicht für die großen Sportnationen. Das NOK möchte, dass Deutschland am Ende der Spiele im Medaillenspiegel möglichst weit vorne steht. Es nominiert nur Athleten, die in ihrer Sportart Chancen auf das Podest haben und dafür gibt es Kriterien. In der Leichtathletik lief Ronny Ostwald über 100 Meter eine Tausendstelsekunde zu langsam. Er darf nicht mit. Und Mayer stand am Stichtag eben noch nie im Viertelfinale eines Grand Slams. Nun droht die Spielervereinigung ATP das olympische Tennisturnier zur Farce werden zu lassen: Wenn Mayer in Athen nicht spielen darf, würden keine Ranglistenpunkte vergeben. Man will Druck auf das NOK ausüben.

Die nationalen Kriterien sind hart, aber gerecht. Und wenn Mayers Viertelfinal-Teilnahme in Wimbledon mehr war als nur ein einmaliger Erfolg, wird er bei den Olympischen Spielen 2008 dabei sein. Auch ohne die Drohungen der ATP.

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