Sport : Gericht stützt Verbraucher im WM-Streit

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Frankfurt am Main - Sechs Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft stehen wesentliche Teile des Ticket- Programms juristisch auf der Kippe. Gestern scheiterte vor dem Landgericht Frankfurt am Main ein Vergleichsversuch zwischen Verbraucherschützern und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zuvor hatte die 2. Zivilkammer erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit einiger Klauseln des Optionsticket-Programms geäußert. Eine Entscheidung soll am Mittwoch verkündet werden. Im Optionsverfahren haben sich 65 000 Fans Vorkaufsrechte auf Karten gesichert und dafür den vollen Preis plus Gebühren überwiesen. Die vom Bundesverband Verbraucherzentrale (VZBZ) beantragte Einstweilige Verfügung gegen den DFB erließ das Gericht zunächst nicht. Die Richter haben vorgeschlagen, dass der DFB von sich aus auf die Klauseln verzichtet, der VZBZ wollte, dass Fans, die leer ausgehen, die Zinsen erhalten.

Die Richter störten sich wie die Verbraucherschützer daran, dass die Servicegebühr von fünf Euro pro Optionskarte auch einbehalten wird, wenn der Kunde kein Ticket erhält. Konkrete Auswirkungen hätte ein Verzicht des DFB auf das Optionsmodell zunächst wohl nur wenige. Jeder Kunde müsste sich im Fall einer Einstweiligen Verfügung seine Gebühren selbst vor dem Amtsgericht erstreiten, sagte Justizsprecher Stefan Möller. Vor der WM dürften die allermeisten Optionsbesitzer daran kein Interesse haben. Man werde die Bedingungen ändern, wenn man dazu nach Ausschöpfung des Rechtsweges verurteilt werde, sagte DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. dpa

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