Sport : Gerichtstermine statt Sandburgen

Lance Armstrong beendet seine Radsportsaison und steht im Fokus von Ermittlungen in den USA

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Paris - Lance Armstrong will sich erst einmal entspannen. Am Montag teilte der Radprofi per Twitter seine „To-do-Liste“ für die nächsten Tage mit: „Baue Sandburgen, genieße die Zeit mit meiner Familie, Tauchen, lebe stark und sorgenfrei.“

Der 38-Jährige hat seine Saison mit einem Podiumsplatz bei der Tour de France beendet - sein Team RadioShack gewann die Teamwertung. In der Einzelkonkurrenz wurde Armstrong aber nur 23., der siebenmalige Tour-Gewinner war einer von vielen im Hauptfeld. „Tja, das Comeback 2.0 ist vorbei“, schrieb Armstrong. Am Montag war er dem Tour-Zentralorgan „L'Équipe“, das ihn 2005 als Epo-Doper enttarnt und drei Jahre später trotzdem wieder den Roten Teppich für sein Tour-Comeback ausgelegt hatte, nur noch eine Randnotiz wert.

Es war Armstrongs letzte Tour de France. „Ich weiß noch nicht, ob ich im nächsten Jahr etwas mache, aber ihr könnt mich auf jeden Fall in Austin mit meinen Kindern Fahrrad fahren sehen“, teilte er mit. Sein Team-Sprecher Philippe Maertens sagte: „Ein paar kleine Rennen wird er 2011 noch fahren.“

Bis dahin wird Armstrong aber weniger Sandburgen bauen als sich um seine Probleme kümmern. Er steht im Fokus des US-Chefermittlers Jeff Novitzky. Armstrongs früherer Mannschaftskollege Floyd Landis beschuldigt Armstrong und dessen langjährigen Teamchef und Mentor Johan Bruyneel, im Team US Postal flächendeckendes Doping betrieben zu haben. Novitzky hat bereits mehrere Radprofis als Zeugen vor eine Grand Jury geladen. Armstrong, der Doping stets bestritten hat, wurde nach eigenen Angaben noch nicht von Novitzky kontaktiert.

„Das wird ein hartes Rennen“, kommentierte Armstrong, „wir werden mit der stärksten Mannschaft antreten, und am Ende wird es ein faires Rennen sein, heute ist es das noch nicht. Ich werde die Chance haben, meinen Standpunkt zu erläutern. Ich bin zu 100 Prozent zuversichtlich. Wir werden alles sagen.“

Landis, dem sein Tour-Sieg von 2006 wegen Testosterondopings aberkannt worden ist, ist für Armstrong „jemand, der versucht, das Leben von anderen zu zerstören“. Landis wolle sein Gewissen beruhigen und „ein halbes Dutzend andere Leute mit reinziehen“, ergänzte Armstrong. „Für mich ergibt das keinen Sinn.“

Armstrong rechnet mit einem Erfolg in dem Verfahren, ließ aber seine weitere Zukunft offen. Zu seinen politischen Ambitionen – etwa als Gouverneur von Texas – äußerte er sich vage: „Man sollte nie nie sagen“. dpa

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