German Masters im Snooker : Luca Brecel - ein Belgier vor dem Durchbruch

Luca Brecel galt als hoffnungsvolles Talent: Beim Turnier in Tempodrom könnte der Berliner mit nunmehr 20 Jahren als erster Belgier ganz groß herauskommen.

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Ein Belgier bittet Tisch. Luc Brecel beim Turnuier im Tempodrom.
Ein Belgier bittet Tisch. Luc Brecel beim Turnuier im Tempodrom.Foto: Imago/China Press

Luca Brecel hatte gut zu tun. 17 Frames musste der 20 Jahre alte Belgier am Freitag spielen, um sich für das Halbfinale des German Masters zu qualifizieren. Dabei hob er sich das Beste für den Schluss auf, denn in seinem Viertelfinale lag er gegen Mark Joyce bereits 2:4 zurück, am Ende siegte Brecel noch 5:4. Am Samstagabend setzte er sich 6:3 gegen Kyren Wilson und erreichte erstmals ein Finale bei einem Weltranglistenturnier. Sein Ziel für die Woche hatte Brecel aber schon zuvor erreicht. „Ich habe immer davon gesprochen, dass ich noch dabei sein will, wenn hier nur noch an einem Tisch in der Arena gespielt wird.“

Schon lange gilt Brecel als hoffnungsvolles Talent. Mit 14 wurde er der jüngste U19-Europameister in der Snookergeschichte. 2012, im Alter von gerade einmal 17 Jahren, konnte er sich erstmals für die Weltmeisterschaften qualifizieren und war damit der jüngste Spieler, dem dies je gelang. Damals sagte er: „Je größer die Bühne, desto besser für mich. Es ist egal, gegen wen ich spiele. Ich muss mich vor niemandem verstecken.“ Den großen Worten folgten danach allerdings lange Zeit keine großen Taten mehr. Brecel tat sich schwer, den Erwartungen gerecht zu werden. Wie viele hochtalentierte Teenager im Snooker machte er eine schwierige Phase durch. Die Ergebnisse stimmten nicht mehr, weil es an der Einstellung mangelte – und umgekehrt. Brecel trennte sich erst von seinem Trainer, arbeitete später aber wieder mit ihm zusammen.

2015 nahm die Karriere langsam wieder Fahrt auf. Bei den Welsh Open erreichte er sein erstes Halbfinale bei einem großen Turnier. In der Weltrangliste lag er am Ende der vergangenen Saison auf Platz 44, inzwischen ist er die Nummer 36. In Berlin profitierte er aktuell auch vom großen Favoritenscheitern, unter den Halbfinalisten stand kein einziger Spieler aus den Top 16 der der Snookerwelt.

Sich bietende Gelegenheiten zu nutzen, war immer eine Stärke von Brecel, der mit neun Jahren mit dem Snooker begann. Inzwischen ist er der beste Kontinentaleuropäer auf der Tour, in Belgien ist Brecel schon seit längerer Zeit sehr populär. Nur die ganz großen Resultate fehlten bisher noch zu seinem endgültigen Durchbruch in der Snookerszene. Doch diesem Ziel ist er in nun wieder ein Stück näher gekommen.

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