Gerolsteiner-Rückzug : "Wir sind jung und glaubwürdig"

Gerolsteiner wird seinen bis Ende 2008 gültigen Vertrag im Radsport nicht verlängern. Die Mannschaft muss sich nun einen neuen Sponsor suchen. Ein Interview mit Teamchef Hans-Michael Holczer.

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Gerolsteiner investiert seit 1998 in den Radsport. -Foto: dpa

Herr Holczer, seit wann haben Sie mit dieser Entscheidung gerechnet?



So seit einem halben bis dreiviertel Jahr. Wenn man acht Jahre zusammenarbeitet, merkt man, wenn der Partner anfängt zu überlegen. Ich habe seit der Deutschland-Tour Anfang August Kontakte zu potenziellen neuen Sponsoren.

Haben sie Verständnis für die Entscheidung Ihrers Sponsors?

Ich glaube, dass die Gründe tatsächlich zu 90 Prozent wirtschaftlicher Natur sind. Das Unternehmen hat 208 Millionen Euro Gesamtumsatz, das ist ein Rennstall wie unserer ein sehr großer Posten.

Dieses Engagement wird auf neun Millionen pro Jahr beziffert. Wer soll das in Zukunft bezahlen?

Wir werden bei Untersuchungen immer als das glaubwürdigste und beliebteste Team genannt. Das Problem ist, dass unser Sponsor seinen Return of Investment nur im Inland messen kann. Wir spielen aber international eine wichtige Rolle.

Was bekommt ein neuer Sponsor?

Er kriegt eines der am besten organisierten Rennställe mit einem jungen und glaubwürdigen Team. Wir bieten eine Zukunftsperspektive, das ist zu diesem Zeitpunkt sehr viel. Der Gesamtmarkt ist dramatisch eingebrochen, es ist der beste Zeitpunkt, um einzusteigen. Der Radsport wird gerade neu ausgerichtet, in allen Gruppen, die daran beteiligt sind, spielen wir eine Rolle.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, einen neuen Sponsor zu finden?

Das wird spannend. Wir haben eine Chance. Aber man muss realistisch sehen, was das Team derzeit wert ist. Wenn es nicht klappt, bin ich nicht zu traurig. Was meine Frau und ich mit Gerolsteiner erreicht haben, ist einmalig.

Das Gespräch führte Mathias Klappenbach

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