Sport : Gerüchte, die treffen

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Jo mei, der FC Bayern München beschwert sich darüber, dass einige Medien über eine vorzeitige Demission von Trainer Jupp Heynckes spekulieren. Diesen „Gerüchte-Journalismus“ verbittet sich der Vorstand und droht in einer Erklärung sogar mit rechtlichen Schritten.

Man kann „Gerüchte-Journalismus“ als hinterhältige Spielart des „Schweine-Journalismus“ empfinden. Vermutlich muss man dagegen sogar vorgehen, wenn es denn justiziabel wird. Drohungen aber kommen so gut an wie Gerüchte.

Man kann die Verrohung der Sitten beklagen, nur zurückdrehen wird auch der FC Bayern dieses Rad nicht können. Jeden Tag wächst die Zahl derer, die Nachrichten verbreiten. Jeder will schneller und exklusiver sein. Inzwischen gibt es einen Rund-um-die-Uhr-Sport-Nachrichtensender. Der Sendeplatz will gefüllt werden. Wenn es keine Nachrichten gibt, werden nachrichtennahe Meldungen versendet, also Gerüchte. Und kein Medium ist dabei erfinderischer als das Internet. Einerseits. Doch was ist mit den Bayern los? Die Mannschaft spielt abenteuerlich und der Vorstand gibt sich dünnhäutig. Das macht die Öffentlichkeit nachdenklich – und mit ihr die Medien. Wer meint, dass Heynckes der richtige Mann für die Zukunft ist, den treffen Gerüchte nicht, der lacht darüber und genießt es, den besten Mann für die beste Mannschaft zu haben.

Und, lieber FC Bayern, wie war das eigentlich zu Beginn des Jahres? Da wurde auf der Vereinshomepage eine „spektakuläre Neuverpflichtung für den Offensivbereich“ angekündigt. Es entpuppte sich als billiger PR-Gag. Um der Verkündung der Verpflichtung beiwohnen zu können, musste man sich auf Facebook zur Freundschaft mit dem Klub bekennen. Flugs gewann die Seite an Freunden. Und dort wurde dann mitgeteilt, dass jeder Facebook-Freund ein spektakulärer Neuzugang sei. Der FCB wollte mal eben einfach nur im sozialen Netzwerk besser dastehen. Aber das ist wieder eine ganz andere Spielart von Schweine-Journalismus.

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