Sport : Geschacher um Glücksbringer

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Motorsport ist Kopfsache. Selbstbewusstsein, Konzentration und Furchtlosigkeit sind unabdingbar für den Sieg, Zweifel, Ablenkung und Angst führen zu Niederlagen und Unfällen. Kein Wunder, dass die Psychoduelle unter Formel-1-Piloten auch abseits der Rennstrecken nicht aufhören. Kaum jemand in der Boxengasse verzichtet zudem auf seelenheilfördernde Rituale oder Glücksbringer im Gasschuh.

Jetzt durften sich die stressgeplagten Racer ein wenig Balsam für die Psyche gönnen. Bei der Wahl der Startnummer, die die Piloten künftig bis zum Karriereende begleiten wird. Ausgenommen ist der Weltmeister, der weiterhin die Startnummer 1 erhält, bis er den Titel wieder verliert. Bei dem Nummerngeschacher durfte jeder seine Macke ausleben und so seine innere Rennfahrermitte stärken.

Jenson Button wollte unbedingt die 22, mit der er 2009 den Titel holte. Fernando Alonso suchte sich die 14 aus, die seit Karttagen seine Glückszahl sei. Sebastian Vettel bewies mit der Wahl der 5, dass er sich mit den Größten der Formel 1 auskennt (vgl. Nigel Mansell und die rote 5) und sich gern selbst bei ihnen einsortiert. Pastor Maldonado nahm die 13, die seit 1976 nicht mehr vergeben wurde. Seht her, soll das wohl heißen, ich habe vor nichts Angst, nicht mal vor der Unglückszahl!

Die neue 13 ist die 2. Seit jeher war sie unbeliebt, weil sie den Träger als Adjutanten des Weltmeisters bloßstellte. Nun nimmt sie Mark Webber, der jahrelang in Vettels Schatten fuhr, mit in den Ruhestand. Es gehört nicht viel Mut dazu, die Prognose aufzustellen: Die 2 wird nie wieder in die Formel 1 zurückkehren.

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