Sport : Geschenkt

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Spielberg (dpa). Mit einem geschenkten Sieg auf den allerletzten Metern hat Michael Schumacher seinen weißen Fleck in der Steiermark getilgt. Wie im Vorjahr musste Rubens Barrichello den viermaligen Formel-1-Weltmeister am Sonntag beim turbulenten Großen Preis von Österreich passieren lassen. Eine Zehntelsekunde entschied schließlich nach 307,146 Kilometern beim 54. Doppelerfolg der Scuderia über Sieg und Niederlage.

„Ich kannte diese Erfahrung schon, es ist eine Teamentscheidung“, sagte der Barrichello, der auf der Pressekonferenz symbolisch wie der Sieger in der Mitte Platz nehmen durfte. „Ich bin gefragt worden, und ich habe gesagt: Ich mach’s.“ Beim sechsten Saisonrennen gab es außerdem einen schweren Unfall, bei dem Nick Heidfeld und Takuma Sato wie durch ein Wunder unverletzt bleiben.

Michael Schumacher konnte sich über seinen fünften Saisonerfolg nicht so recht freuen. Der Ferrari-Fahrer wirkte auf dem Podest fast niedergeschlagen, überreichte den Siegerpokal seinem brasilianischen Teamkollegen und verzichtete sogar auf die traditionelle Champagner-Spritztour. Der 33 Jahre alte Rheinländer baute seinen Vorsprung in der WM-Wertung weiter aus; für die Scuderia war es der zweite Doppelerfolg in diesem Jahr. Das Williams-BMW-Duo Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher belegte die Plätze drei und vier. Der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen wurde im Arrows-Cosworth Elfter; der Italiener Giancarlo Fisichella holte als Fünfter zwei WM-Punkte vor McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard.

Überschattet wurde das Rennen durch einen schweren Unfall. Nick Heidfeld rutschte mit dem Heck seines Sauber-Petronas in die Seite des Jordan-Honda von Sato. Nach der Kollision in der 28. Runde flogen beide Autos bei rund 250 km/h ungebremst von der Strecke und krachten in den Reifenstapel. Beide Fahrer überstanden den Crash unverletzt, Juan Pablo Montoya entging der Kollision im Williams-BMW nur um Millimeter.

Sato wurde auf einer Trage zu einer ersten Untersuchung ins Streckenhospital gebracht und später nach Graz geflogen. „Er ist völlig in Ordnung“, meinte Teamchef Eddie Jordan wenige Minuten nach dem Unfall. Heidfeld blieb zunächst benommen auf dem Grasstreifen am Streckenrand sitzen. „Nick hat sich verbremst, es war ein Fahrfehler“, sagte Teamchef Peter Sauber. „Er hat eine Prellung am Bein, wird aber heute Abend nach Zürich zurückkehren.“

Zumindest der Start der 22 Rennwagen ging ohne Crash über die Bühne – und das zum dritten Mal hintereinander.

Schumacher überholte Barrichello in der 71. und letzten Runde auf der Zielgeraden und wurde mit 1:33:51,542 Stunden gestoppt. In der WM-Wertung baute er die Führung mit 54 Punkten vor dem Kolumbianer Montoya (27), seinem Bruder Ralf (23), der bei Start gleich zwei Plätze verloren hatte, und Barrichello (12) aus.

Barrichello hatte das Rennen dominiert – dann musste er Schumacher wie 2001 passieren lassen. „Lass Michael wegen der Weltmeisterschaft vorbei“, lautete der Funk-Befehl von Ferrari-Teamchef Jean Todt vor einem Jahr. Erstmals kam nach 24 Runden Spannung auf – allerdings durch einen Motorschaden am BAR-Honda des Franzosen Olivier Panis. Sein Auto blieb mitten auf der Piste stehen, das Safety Car spannte sich vor das Feld. Dies nutzten die Führenden taktisch klug aus und scherten sofort in die Boxengasse ein. Dabei schmolz der Vorsprung der beiden Ferraris von mehr als 35 Sekunden auf Ralf Schumacher dahin, und der Weltmeister musste den zweiten Platz zunächst wieder seinem jüngeren Bruder überlassen.

Besonders frustriert war Kimi Räikkönen. Der finnische Jungstar musste seinen McLaren-Mercedes in der 6. Runde mit Motorschaden abstellen. Es war schon der fünfte Ausfall Räikkönens in Serie – und sogar der siebte für die Silberpfeile in dieser Saison.

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