Sport : Geschürtes Misstrauen

Armin Lehmann

fragt sich, was wir derzeit über den Wettskandal wissen Was wissen wir? Seit knapp zwei Wochen erschüttert der Wettskandal den deutschen Fußball. Und seit einer Woche tröpfelt Tag für Tag eine neue Anschuldigung aus dem Vernehmungsprotokoll des Hauptbelasteten Schiedsrichters Robert Hoyzer in die Öffentlichkeit. Nach zwei Wochen aber wissen wir noch immer nicht genau, ob auch andere Schiedsrichter oder Spieler tatsächlich manipuliert haben. Jede Anschuldigung geht bisher zurück auf Hoyzers Aussagen. Die Folge: heillose Verwirrung, gegenseitiges Misstrauen, blanke Nerven. Fast alle Beschuldigten – bis auf zwei Spieler des SC Paderborn und von Dynamo Dresden, die beide Geld von einem Unbekannten annahmen – haben ihre Unschuld beteuert. Sie fürchten nicht nur um ihren guten Ruf, sondern um ihre berufliche Existenz, wie der der Manipulation beschuldigte Schiedsrichter Jansen. Das Anwaltsbüro, das Hoyzer vertritt, hat dieser Tage selbst sehr offen angedeutet, dass man sich über die Glaubwürdigkeit Hoyzers nach Mandatsübernahme intensiv Gedanken gemacht habe. Hoyzer hat gestanden. Für alle anderen sollte noch die Unschuldsvermutung gelten.

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