Sport : Geschwächte Capitals ohne Chance

Claus Vetter

Verletzungspech, Grippewelle und eine zum Teil wohl daraus resultierende klare Niederlage ließen den gestrigen Tag für die Capitals nicht gerade erfreulich werden. Gegen den Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die Krefeld Pinguine, mussten die Berliner ohne fünf Stammspieler auskommen. Eine ungünstige Ausgangsposition, aus der die Capitals schließlich nicht viel bewegen konnten. Vor 4500 Zuschauern in Deutschlandhalle verloren die Berliner gegen Krefeld mit 1:4 (0:1, 0:1, 1:2).

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Heinz Ehlers, Yvon Corriveau, Gordon Hynes, Alexander Tscherbajew und Corey Foster - so lauteten die Namen derjenigen bei den Capitals, die gegen Krefeld aus gesundheitlichen Gründen passen mussten. Die Spieler, die Trainer Gunnar Leidborg aufs Eis beorderte, waren auch nicht alle kerngesund. Francois Leroux spielte trotz Grippe, Atvars Tribunkovs trotz einer Leistenzerrung. Hätten sich die beiden Verteidiger nicht zusammengerissen, dann hätten die Capitals mit Greg Andrusak und Markus Pöttinger nur zwei etatmäßige Defensivkräfte zur Verfügung gehabt. Gejammert wurde bei den Capitals aber gestern nicht, dafür doch - so weit es die Umstände erlaubten - über zwei Drittel recht passabel gespielt.

"Wenn wir die zu leicht nehmen, dann wird es schwer für uns", hatte Krefelds Trainer Chris Valentine vor dem Spiel gesagt. Eine Aussage, die sehr wohl implizierte, dass der Tabellenführer aus dem Rheinland drei Punkte in Berlin einkalkuliert hatte. Die gab es schließlich für die Pinguine auch, allerdings musste der Erfolg bei den Capitals hart erkämpft werden. Die Berliner wehrten sich redlich. Trotzdem wurde angesichts der kapitalen Konzentration auf die Abwehrarbeit schon nach dem ersten Gegentor für die Berliner klar, wer das Eis als Verlierer verlassen sollte.

Unglücklich war beim 0:1 aus Sicht der Capitals, dass ausgerechnet Tribunkovs den Schuss eines Krefelders so abfälschte, dass Andrej Mezin nicht ganz im Bilde sein konnte. Krefelds Stürmer Patrik Augusta stocherte den Puck am Torwart der Berliner vorbei. Mezin schimpfte nach besagter Szene in Richtung Schiedsrichter Gerhard Müller, der gab den Treffer allerdings völlig zu Recht.

Spätestens nachdem Jeff Christian in der 24. Minute einen sehenswerten Kringel gefahren war und das 2:0 für Krefeld erzielte, war alles gelaufen. Der Umstand, dass die Capitals trotzdem aufopferungsvoll kämpften wurde von den gutbesuchten Rängen entsprechend quittiert: Selbst in der zweiten Drittelpause wollten die Sprechchöre der Berliner Fans nicht abebben. Die Capitals konnten sich für den Zuspruch von Seiten ihrer Anhänger auf dem Eis nicht bedanken. Kurz nach Beginn des letzten Abschnitts erhöhte Christoph Brandner auf 3:0 für Krefeld.

Eine herbe Schlappe bahnte sich für die Capitals an, Andrej Wassilijew wollte sie offensichtlich nicht bis zum Ende auskosten. Nach einem rüden Stockfoul am Krefelder Ehrhoff musste der Russe mit fünf Strafminuten und einer Spieldauerstrafe im Gepäck vorzeitig in der Kabine. Wassilijew ist somit für das Spiel der Capitals am Sonntag in München gesperrt. Kurz nach dem unrühmlichen Abgang des Berliner Stürmers erzielte Mario Doyon das vierte Tor für die Pinguine. Schlimmer sollte es für die Capitals aber nicht mehr kommen, im Gegenteil: Pavel Gross gelang kurz vor Schluss noch der Ehrentreffer für die Berliner.

Eisbären überraschen in Köln

Der EHC Eisbären hat bei den Kölner Haien nach einer überzeugenden Vorstellung mit 3:2 (0:1, 2:1, 1:0) gewonnen. Die Berliner bereiteten den favorisierten Gastgebern weit mehr Schwierigkeiten als erwartet. Und so wollte auch unter den 11 850 Zuschauern kaum einmal Hochstimmung aufkommen. Einmal allerdings ließen die Kölner Eishockeyfans ihrer Freude freien Lauf: als während der Ansage der Zwischenergebnisse bekannt wurde, dass die Düsseldorfer EG zurückliegt. Zurück lagen auch die Eisbären nach dem ersten Drittel. Der aus Hohenschönhausen nach Köln gekommene Hinterstocker erzielte die Haie-Führung. Doch im Mitteldrittel machten Lewandowski und Blank aus dem 0:1 einen 2:1-Vorsprung. Der hielt allerdings nicht einmal eine Minute. Miner traf dann zum 2:2 für die Kölner. Levins gelang dann die erneute Berliner Führung in der 47. Minute. Den Haien nutzte am Ende auch der Tausch des Torhüters gegen einen Feldspieler nichts mehr.

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