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Gespalten in die Winterpause : Fans kündigen nach DFL-Tagung Proteste an

13.12.2012 17:40 Uhr
Mal sehen, was sich die Fans als Nächstes einfallen lassen, um zu protestieren.Bild vergrößern
Mal sehen, was sich die Fans als Nächstes einfallen lassen, um zu protestieren. - Foto: dapd

Während viele Vereinsverantwortliche das am Mittwoch verabschiedete neue DFL-Sicherheitskonzept begrüßen, sind die Fans nicht zufrieden - und kündigen weitere Protestaktionen an.

Am Tag danach war eigentlich alles wie immer, es herrschte Uneinigkeit in den jeweiligen Lagern. Während die meisten Verantwortlichen der 36 deutschen Profiklubs das modifizierte Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) begrüßten, das sie zuvor abgesegnet hatten, kündigten Fan-Vertreter weitere Protestaktionen an. „Die wird es geben, auch weil die Debatte im Vorfeld so symbolisch überhöht war und das Ergebnis aus Fan-Perspektive nicht zufriedenstellend ist“, sagte Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS). Der Sprecher der „12:12“-Kampagne in Dortmund warnte vor einer Trotzreaktion radikaler Fans.

„Damit werden die Hardliner bestätigt, die sagen, wir müssen radikaler vorgehen“, sagte Jan-Henrik Gruszecki. „Das wäre das Dümmste, was passieren könnte. Aber es ist schwer zu argumentieren. Warum sollten wir uns zurückhalten, wenn die sowieso mit uns machen, was sie wollen.“

Die 600 Fans aus verschiedenen Vereinen, die bei Eiseskälte stundenlang vor dem Tagungshotel ausgeharrt hatten, gaben sich – bis auf einen Böllerschuss – friedlich. „Ich gehe davon aus, dass ab morgen, wenn der letzte Spieltag der Hinrunde beginnt, auf jeden Fall noch einmal zwölf Minuten und zwölf Sekunden geschwiegen wird“, sagte Philipp Markhardt, Sprecher von „ProFans“ und der „12:12“-Kampagne am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Mit der von der Ultra-Szene initiierten Schweigeaktion hatten Anhänger an den vergangenen drei Spieltagen beeindruckt.

Ohnehin dürfte über die bevorstehende Winterpause so mancher Funktionär heilfroh sein. In den vergangenen Monaten wuchs die Kluft zwischen den Großverdienern und Entscheidern an der Spitze der Profiklubs und Verbände sowie den Anhängern in den Kurven. „Der Ligaverband muss den Fans erst einmal vermitteln, dass sie großen Anteil daran hatten, dass die Maßnahmen moderater als ursprünglich geplant ausfallen“, sagte Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt. Welche Punkte konkret ausgehandelt, welche modifiziert wurden – das machte die DFL bis zum gestrigen Tag allerdings nicht öffentlich.

Für Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen steht in dem Konzept am Ende „nichts, was es in der Vergangenheit nicht auch gegeben hat“. Liga-Präsident Reinhard Rauball bezeichnete die Beschlüsse als „Leitplanken“, die jeder einzelne Verein nach regionalen Begebenheiten umsetzen könne. Deshalb wird es auch 2013 Regionalkonferenzen geben.

Ganz anders sieht dies Carl-Edgar Jarchow, der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV. Er kritisierte das Sicherheitskonzept: „Das ist aktionistisches Getue, das den wahren Problemen nicht gerecht wird.“ Die Gewalt liege außerhalb der Stadien, beispielsweise bei der Anreise der Fans – und das müssten andere in den Griff bekommen, nicht die Vereine. „Ich muss doch nicht in die Falle tappen, die uns die Politik stellt“, erklärte der HSV-Chef, der selbst FDP-Mitglied ist. (Tsp/dpa)

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