Geständnis : Jan Ullrich gibt Kontakt zu Dopingarzt Fuentes zu

Nachdem der Internationale Sport-Gerichtshof Cas Jan Ullrich des Dopings schuldig gesprochen hat, gibt der Ex-Radprofi nun zu, Kontakt zum Dopingarzt Fuentes gehabt zu haben.

Jan Ullrich 2012. Nach Ansicht des Internationalen Sportgerichtshofs ist seine Verstrickung in die Doping-Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes erwiesen.
Jan Ullrich 2012. Nach Ansicht des Internationalen Sportgerichtshofs ist seine Verstrickung in die Doping-Affäre um den spanischen...Foto: dpa

"Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte. Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich aufrichtig bei allen entschuldigen – es tut mir sehr leid. Rückblickend würde ich in einigen Situationen während meiner Karriere anders handeln." Das schreibt Jan Ullrich in einer Stellungnahme auf das Urteil des Internationalen Sport-Gerichtshofs (Cas) auf seine Homepage. Weiter heißt es, dass er das Urteil nicht anfechten werde.

Der Fall Jan Ullrich in Bildern:

Jan Ullrichs Karriere
Jan Ullrich 1997. Im Alter von gerade einmal 23 Jahren gewinnt er als erster Deutscher die Tour de France. Danach folgten viele Auf und Abs. Ein Blick zurück auf eine turbulente Karriere.Weitere Bilder anzeigen
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09.02.2012 11:41Jan Ullrich 1997. Im Alter von gerade einmal 23 Jahren gewinnt er als erster Deutscher die Tour de France. Danach folgten viele...


"Ich wollte für die Tour 2006 nochmal alles rausholen. Nach meinem Toursieg 1997 und fünf zweiten Plätzen war der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens groß. Alle wollten einen zweiten Toursieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong", schreibt Ullrich weiter. "Kurz vor der Tour 2006 macht es dann einen großen Schlag: Suspendierung, Schlagzeilen, Ächtung, Hausdurchsuchungen, Strafverfahren, Klagen. Ich fühlte mich alleingelassen, wie durch einen Sieb gefallen. Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen. Wie gesagt: Ich will mich nicht beklagen, dass alles kam nicht ohne Grund. Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden. Auf Anraten meiner Anwälte und wie es in solchen Fällen üblich ist, habe ich zu den Vorwürfen geschwiegen. Letztendlich hat mich dieses Thema über Jahre so sehr belastet, dass ich krank wurde und irgendwann zusammengebrochen bin. Ich bin froh, dass endlich ein Urteil gefällt wurde. Für mich ist damit das Kapital meiner aktiven Radsportkarriere endgültig abgeschlossen und ganz persönlich ist es für mich und meine Familie das Ende einer über Jahre hinweg schwierigen Zeit."

Doping? Von Epo, Lügen und Geständnissen. Eine Bildergalerie.

Dopingsünder im Sattel
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Jan Ullrich kündigt in seiner Erklärung gleichzeitig an, keine weiteren Stellungnahmen abgeben zu wollen. "Mit dieser Erklärung ist von meiner Seite alles gesagt und zu diesem Thema möchte ich keine weiteren Statements, Stellungnahmen oder Interviews in der Öffentlichkeit abgeben. Dafür bitte ich um Verständnis. Ich ziehe hiermit einen Schlussstrich." Er habe dem Radsport viel zu verdanken und "ich werde auch weiterhin meine Freude und Leidenschaft für diesen Sport an andere weitervermitteln. In Zukunft werde ich deshalb auch in verschiedenen Funktionen und Bereichen im Jedermann-Radsport tätig sein. Ich blicke auf meine Radsport-Karriere und Erfolge mit Stolz zurück und freue mich auf mein neues Berufsleben."

Am Donnerstag hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS Jan Ullrich des Dopings schuldig gesprochen.

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