Sport : Gesteigert, aber nicht genug

Hansa Rostock verliert unglücklich 1:2 gegen Werder Bremen und steckt weiter tief im Abstiegskampf

Kerstin Hebeler

Rostock - Frank Pagelsdorf hatte sich alle erdenkliche Mühe gegeben, seine Mannschaft vor dem Spiel gegen Werder Bremen locker zu machen. Für eine Trainingseinheit hatte sich der ehemalige Profi und jetzige Trainer von Hansa Rostock sogar den Übungsdress angezogen und mitgekickt. Die Maßnahme hatte ihre Wirkung zunächst nicht verfehlt. Die Rostocker Mannschaft begann im eigenen Stadion gegen den Tabellenzweiten Werder Bremen – für ihre Verhältnisse – recht spielfreudig und offensiv, am Ende stand aber eine unglückliche 1:2 (0:0)-Niederlage.

Es war zwar kein Klassespiel, aber trotz der Niederlage eine deutliche Steigerung der Rostocker gegenüber dem letzten Auftritt vor heimischem Publikum, dem blamablen 0:1 gegen den VfL Wolfsburg.

Die Rostocker störten die Bremer früh, die zu Beginn vor allem viele ungenaue Pässe spielten. Die 23 000 Zuschauer im Rostocker Stadion sahen über weite Strecken der ersten Halbzeit eine ausgeglichene Partie – wenn auch auf bescheidenem Niveau. Die Rostocker erspielten sich zwar einige Chancen, ebenso die Bremer. Doch richtig gut war keine der Möglichkeiten.

Warum die Rostocker bislang die wenigsten Tore der Liga erzielten, zeigte Enrico Kern in der 9. Minute. In aussichtsreicher Position am Strafraum der Gäste dribbelte sich der seit Wochen formschwache Stürmer fest. Weder konnte sich Kern durchsetzen, noch hatte er ein Auge für seine Mitspieler.

Gegen Bremen konnte sich Rostock das leisten – zumindest bis zur 57. Minute. Da hielt Torsten Frings aus der Distanz einfach mal drauf. Hansa Torhüter Stefan Wächter war gegen den präzisen und harten Schuss chancenlos. In der Pause hatte Werder-Manager Klaus Allofs bemängelt: „Wir müssen mehr Tempo machen, um Rostock unter Druck zu setzen.“

Hansa mühte sich auch die letzten 30 Minuten des Spiels. In der 76. Minute erzielte Sebastian Hähnge ein wenig überraschend den Ausgleich zum 1:1 nach guter Vorarbeit von Heath Pearce; beide waren zuvor eingewechselt worden. Doch die Rostocker Freude dauerte nicht lange. Sieben Minuten vor Schluss erzielte Ivan Klasnic das 2:1 für Bremen - durch einen Nachschuss beim Elfmeter. Wächter hatte den Schuss von Naldo zunächst pariert.

Durch die unglückliche Niederlage steckt Rostock weiter tief im Abstiegskampf. Bremen behält die Chance auf die Champions League. Kerstin Hebeler

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