Sport : Gesundheit, Peking!

Benedikt Voigt über den Umweltschutz während der Olympischen Spiele

Benedikt Voigt

Die Olympischen Spiele können in China doch etwas zum Positiven bewegen. Nicht innenpolitisch, in der Tibetfrage oder bei den Menschenrechten, da ist die Situation verhärtet und hat sich laut Menschenrechtsorganisationen sogar verschlechtert. Doch was die Verbesserung der Luftqualität betrifft, wird sich etwas tun, wie Pekings Stadtregierung gestern verkündet hat: Zwischen dem 20. Juli und dem 20. September werden eine Chemiefabrik und Zementfabriken im Südosten Pekings ihre Produktion einstellen, 19 weitere Fabriken müssen ihre Emissionen um 30 Prozent reduzieren. Ab dem 20. Juli müssen die Arbeiter auf den 10 000 Pekinger Baustellen ihre Bauten fertig gestellt haben – oder ihre Arbeit einstellen. Hinzu dürfte noch ein Fahrverbot für die Hälfte aller drei Millionen Autos kommen.

Peking zählt zu den weltweit am stärksten von Umweltverschmutzung betroffenen Städten. Grau ist die dominierende Farbe. An manchen Tagen kann man durch den Smog nicht weiter als einen Kilometer blicken. Es musste etwas passieren, und die Sommerspiele werden immerhin zur Verbesserung beitragen.

Die Verlegung und Umrüstung stark umweltverschmutzender Industrieanlagen wird den 17 Millionen Pekinger Bürgern auch nach den Spielen zugute kommen. Ebenso die vier U-Bahnlinien, die in diesem Jahr noch eröffnet werden sollen. Gelingt es der chinesischen Regierung tatsächlich, während der Spiele annehmbare Verhältnisse zu schaffen, könnten die Pekinger Bürger allerdings auch in Zukunft darauf bestehen. Nicht nur Athleten, jeder Mensch hat ein Recht auf gesunde Luft. Aber da sind wir wieder bei den Menschenrechten in China.

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