Sport : Gesundheitsrisiko Hertha

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Vielleicht ist es gar nicht so übel, dass Ulrich Schleicher keine Zeit hat, auch noch über den Fehlstart seines Klubs nachzudenken. Schleicher, Mannschaftsarzt von Hertha BSC, hat seit Dienstagabend genug Probleme. Erst eine halbe Stunde war gegen Borussia Mönchengladbach gespielt, da griff sich Herthas Abwehrspieler Nene an den Oberschenkel.

Schleicher rannte über den Rasen des Olympiastadions. Nene war ein besonderer Fall. Der Brasilianer hatte sich vor zwei Wochen erst einen Muskelfaserriss zugezogen. Zwei Wochen hatten sie ihn gepflegt, und als es irgendwie ging, stieg Nene ins Mannschaftstraining ein. Das war drei Tage vor dem Spiel. Schleicher hatte schon damals gesagt: „Die Genesungszeit war sehr knapp.“ Nun hat sich Nene wieder einen Muskelfaserriss zugezogen. „Ich kann nicht sagen, wie lange er ausfällt.“

Warum äußert der Mannschaftsarzt erst Bedenken und gibt dann doch sein Okay für einen Einsatz? Schleicher wehrt sich. „Nenes Einsatz kam früh, aber nicht zu früh. Nene konnte seit drei Tagen schmerzfrei trainieren. Wäre er verletzt gewesen, dann hätten wir ihn nicht spielen lassen.“ Schleicher ergänzt: „Wir kannten das Risiko. Es ist leider schief gegangen.“ Der Trainer könne aufgrund der Personal- und Verletzungsprobleme nicht ewig warten, bis ein Spieler wieder fit sei. „So ist nun einmal der Job.“

Damit wird die Personalnot noch schlimmer: Stürmer Alex Alves hat sich zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Schulter ausgekugelt. Der Brasilianer wird wohl drei Wochen ausfallen. Auch er wird Hertha bei Arminia Bielefeld fehlen. Dass sich Kapitän Michael Preetz gegen Mönchengladbach eine Innenbanddehnung am linken Knie zuzog, ging am Dienstag unter. Preetz musste auf dem Platz bleiben, da Trainer Stevens schon dreimal gewechselt hatte. Auch sein Einsatz in Bielefeld ist nun fraglich. Und Marko Rehmer klagt über Sehschwierigkeiten. André Görke

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