Sport : Geteiltes Glück

Fünf deutsche Mannschaften sind schon qualifiziert

Friedhard Teuffel

Berlin - Nichts gegen Birgit Fischer, die mit 42 Jahren im Kanu noch einmal Gold gewann, nichts gegen Ralf Schumann, der als erster Schütze mit der Schnellfeuerpistole zum dritten Mal Olympiasieger wurde – aber bei den beiden emotionalen Höhepunkten in Athen 2004 aus deutscher Sicht war jeweils ein Ball im Spiel. Einmal, als die Hockeyspielerinnen zum ersten Mal Gold holten. Und das andere Mal, als die Handballspieler im Viertelfinale nach Verlängerung und Siebenmeterwerfen ihren Angstgegner Spanien 32:30 bezwangen.

Auch in Peking wollen die deutschen Ballspieler wieder den olympischen Mannschaftsgeist finden. Fünf deutsche Teams haben sich schon für die Spiele qualifiziert: die Fußballspielerinnen, beide Handballmannschaften, die Hockeyspielerinnen und die Wasserballspieler. Drei weitere haben jetzt noch die Chance dazu.

Die Volleyballspieler haben dabei immerhin Heimvorteil. Nachdem sie sich beim ersten Qualifikationsturnier im Januar in Izmir nicht durchsetzen konnten, spielen sie nun vom 23. bis zum 25. Mai in Düsseldorf gegen Taiwan, Kuba und Europameister Spanien. Nur eine der vier Mannschaften kann nach Peking fahren. Um drei Plätze geht es für zwölf Nationen beim Qualifikationsturnier der Basketballspieler vom 14. bis zum 20. Juli in Athen. Die Basketballspieler wissen also erst knapp drei Wochen vor der Eröffnungsfeier in Peking, ob sie gut genug sind für Olympia.

Seit dem vergangenen Samstag kämpfen die deutschen Hockeyspieler in Japan um ihre Teilnahmeberechtigung. Es hat gut angefangen, mit einem 8:0 gegen Italien und einem 10:0 gegen die Schweiz. An diesem Dienstag wartet nun Malaysia, am Donnerstag Japan und am Samstag Polen. Nur eines dieser Teams darf nach Peking fahren. Gerade vor den Japanern haben die Deutschen großen Respekt. Und selbst wenn sie am Donnerstag gewinnen, ist noch nichts entschieden. Am Sonntag findet das Finale zwischen den beiden Erstplatzierten statt. Verlieren die Deutschen dann, findet Olympia ohne sie statt.

In Athen hatten die Hockeyspieler noch Bronze gewonnen, es war eine von insgesamt vier deutschen Medaillen in den Mannschaftsdisziplinen. Die anderen holten die Fußballerinnen (Bronze), die Handballer (Silber) – und ihre Kolleginnen vom Hockey mit der einzigen Goldmedaille. Qualifiziert hatten sich außerdem noch die Volleyballspielerinnen, die am Ende Neunte wurden, und die Wasserballspieler, die auf Platz fünf landeten. Sechs deutsche Mannschaften waren also in Athen am Start – acht könnten es in Peking werden. Das wären acht Chancen für besondere olympische Momente.

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