Gewalt im Fußball : Deutsche Bahn will mehr Fanzüge

Der vermehrte Einsatz von Fanzügen soll die An- und Abreise zu Fußballspielen künftig sicherer machen und Bahnhöfe als Krisenorte entschärfen. Zu diesem Entschluss kamen die Teilnehmer eines Fangipfels am Montag in Frankfurt am Main.

Fußballfans verhalten sich auf Bahnhöfen nicht immer so wie es sein sollte.
Fußballfans verhalten sich auf Bahnhöfen nicht immer so wie es sein sollte.Foto: dpa

Die Deutsche Bahn beklagt bei der An- und Abreise von Fußballfans immer häufiger Ausschreitungen und Zwischenfälle auf Bahnhöfen und in Zügen. Mit mehr bereitgestellten Fanzügen soll diesem Problem künftig entgegengewirkt werden. Das vereinbarten Vertreter von Vereinen und Verbänden, der Polizei, der Politik sowie der Deutschen Bahn am Montag in Frankfurt am Main.

„Wir haben den Fußballfans Angebote gemacht, mit denen vielen möglichen Konflikten in unseren Zügen und Bahnhöfen vorgebeugt werden soll“, sagte Bahn-Vorstand Gerd Becht. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, doch auch die Vereine, DFL und DFB müssen Verantwortung übernehmen.“ Rund 100 000 Fans sind an jedem Bundesliga-Wochenende in den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs - häufig davon im Regelverkehr. „Wir haben die Diskussion gerne aufgenommen“, sagte Thomas Striethörster vom Präsidium der Bundespolizei. „Wir werden das Thema mit auf die Agenda der Innenminister nehmen.

Das Treffen war ein guter Ansatz, der fortgesetzt werden sollte“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier, der bei allen Akteuren in der bisherigen Diskussion „ein Defizit in der Kommunikation“ ausgemacht hat. „Wir glauben, dass diese Initiative gut angenommen wird“, meinte hingegen Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), und fügte an: „Ein Grundprinzip in der Arbeit mit Fußballfans ist Vertrauen.“ Vor allem das Konfliktpotenzial an Umsteigebahnhöfen soll durch die Fanzüge entschärft werden. „Die Fans steigen in den Zug ein und werden bis zum Zielbahnhof gebracht. Das ist auch eine Entlastung für die Polizei“, sagte Striethörster. Allein in Hannover kam es in diesem Jahr beim Umsteigen zu 37 Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen.

Insgesamt 677 Gewaltdelikte und 2828 Straftaten - und damit zehn Prozent mehr als in der Vorsaison - verursachten Fußballfans im Spieljahr 2011/12 auf dem Terrain der Deutschen Bahn. Erst am vergangenen Wochenende kam es rund um das Bundesligaspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt zu Ausschreitungen am Düsseldorfer Hauptbahnhof. (dpa)

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