Gewalt in Fußballstadien : Fußball soll "menschenwürdiger" werden

DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die Ursachen für Gewalt und Extremismus in Stadien auch im Fußball selbst begründet. Er fordert mehr Zivilcourage von Fußballfans.

Theo Zwanziger Foto: dpa
DFB-Präsident Theo Zwanziger verlangt mehr Respekt im Fußball. -Foto: dpa

BerlinDer Fußball muss nach Worten des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "menschenwürdiger und respektvoller werden". Das erklärte Theo Zwanziger in einer öffentlichen Anhörung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag. "Die Ursachen für Gewalt und Extremismus liegen in der Gesellschaft, aber auch im Fußball begründet", sagte der DFB-Chef. Inakzeptable Fouls auf dem Spielfeld hätten Rückwirkungen auf latent gewaltbereite Zuschauergruppen.

Zwanziger fordert mehr Zivilcourage

Zwanziger unterstrich, dass richtige Fußballfans mit Zivilcourage und besonnenem Handeln Rechtsextreme und Gewaltbereite in die Schranken weisen können. "Im Alltag unserer Ligen müssen die Zuschauer den Extremen gegenüber die Flagge zeigen", sagte er. Der DFB werde auf alle Fälle auch weiterhin durch intensive Sozialarbeit mit Fanprojekten Präventions-Maßnahmen gegen Gewalt durchführen.

Die Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend wies in der Anhörung darauf hin, dass die Fankultur von der organisierten politischen Rechten "nicht mehr als potenzielles Rekrutierungsfeld gesehen" werde. Dies sei ein Fortschritt im Gegensatz zu den 80er und 90er Jahren. "Dazu hat wesentlich die erhöhte Aufmerksamkeit im Fußballsport auf auf allen Ebenen beigetragen", heißt es in einem vorgelegten Papier. (leu/dpa)

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