Gewichtheben : Anti-Doping-Kommission gegründet

Der Internationale Gewichtheber-Verband (IWF) installiert erstmals eine unabhängige Anti-Doping-Kommission. Damit kommt der Weltverband einer jahrelangen Forderung des deutschen Fachverbandes nach. Der dreiköpfigen Kommission steht der Franzose Patrick Schamasch, früherer medizinische Direktor des IOC, vor.

Mitglieder sind die tunesische NADA-Geschäftsführerin Zakia Bartagi und der Zyprer Michael Petrou. Das wurde beim IWF-Kongress am Rande der Weltmeisterschaften in Breslau (20. bis 27. Oktober) mitgeteilt. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte Christian Baumgartner, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG), am Sonntag. Bislang legte die IWF selbst fest, welchen Sportler sie wann kontrollieren lässt.

Laut IWF sind im laufenden Jahr 69 Gewichtheber aus 17 Ländern des Dopings überführt worden. „Genug ist genug“, sagte IWF-Präsident Tamas Ajan (Ungarn). „Wir dürfen nicht zulassen, dass wir unseren Sport kaputtmachen lassen.“ Kasachstan ist mit 13 Dopingfällen Spitzenreiter, gefolgt von Armenien (7), Usbekistan (6), Ukraine (5), Georgien und Rumänien (je 4).

Ein nationaler Verband, der pro Jahr mindestens neun Dopingsünder in seinen Reihen hat, muss 500 000 Dollar Strafe bezahlen. Zudem droht dem Verband eine Sperre von bis zu vier Jahren. Neuerdings können auch Trainer und Offizielle suspendiert werden; überdies werden Risikogruppen geführt. Kasachstan nimmt an den Weltmeisterschaften in Breslau teil, weil die Sanktionierung erst vom nächsten Jahr an erfolgt. (dpa)

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