Gigantische Giants : San Francisco erneut World Champions

Die San Francisco Giants sind erneut Meister der Baseball-Liga MLB. Nachdem sich die Kalifornier in den Runden zuvor noch schwer taten, ging's in der Endspielserie gegen Detroit ganz schnell - vier Spiele, vier Siege.

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Und noch ein US-Champion. Die San Francisco Giants gewannen die World Series im Baseball durch vier Siege in vier Spielen. Richtig spannend war das nicht.
Und noch ein US-Champion. Die San Francisco Giants gewannen die World Series im Baseball durch vier Siege in vier Spielen. Richtig...Foto: Reuters

Der Ball sprang einmal auf, dann traf er exakt die dritte Base und wurde von dort unerreichbar ins Feld abgefälscht. Detroits Verteidiger Miguel Cabrera schüttelte fassungslos den Kopf. Statt eines sicheren Aus blieben die Spieler der San Francisco Giants im Angriff und erzielten in diesem Inning noch drei Runs. Die Szene aus dem ersten Spiel der 108. World Series war richtungweisend für den weiteren Verlauf der Finalspiele in der Major League Baseball (MLB). Vier Tage später stand Cabrera, der beste Offensivspieler der Liga, selbst an der Platte. Diesmal zuckte er kaum, als der Ball an ihm vorbei in den Fanghandschuh des gegnerischen Catchers flog. „Strike Out“ signalisierte der Schiedsrichter, ein paar Meter weiter fielen sich die Giants-Spieler vor Freude in die Arme. Das 4:3 im vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie gegen die Detroit Tigers bedeutete den vierten Sieg für die Mannschaft von der US-Westküste in der World Series und damit den Titelgewinn. „Es ist bemerkenswert, was möglich ist, wenn man als Team auftritt“, sagte Giants-Manager Bruce Bochy und ergänzte: „Zwei Titel in drei Jahren mit diesen Jungs zu holen – ich könnte nicht glücklicher sein.“

Schon 2010 hatten die Giants die Meisterschaft gewonnen, zum ersten Mal seit sie 1958 von New York nach San Francisco umgesiedelt wurden. Wie damals ist auch der neuerliche Triumph eine Überraschung. Denn eigentlich lief in der Saison 2012 schon von Beginn an alles gegen die Kalifornier. Der vollbärtige Kultwerfer Brian Wilson musste sich nach nur zwei Spielen einer Ellbogenoperation unterziehen und fiel für den Rest des Jahres aus. Rund drei Monate später wurde mit Melky Cabrera der bis dahin beste Schlagmann der Giants wegen Dopings gesperrt und hinterließ eine gewaltige Lücke in der ohnehin nicht unbedingt furchteinflößend starken Offensive. Und dann spielte auch noch Tim Lincecum eine für seine Verhältnisse grauenhaft schlechte Saison. Der zweimal zum besten Werfer der Liga gewählte Schlaks kam einfach nicht in Form und erlebte die Playoffs schließlich nur als Einwechselspieler. Doch die Giants ließen sich durch nichts aus der Bahn werfen. Auch nicht von deutlichen Rückständen in den ersten beiden Playoff-Runden. Gegen die Cincinnati Reds und danach die St. Louis Cardinals lag San Francisco scheinbar aussichtslos zurück, drehte die Serien aber noch.

In der World Series wartete schließlich ein ausgeruhter Gegner aus Detroit, der gerade die New York Yankees locker mit 4:0 ausgeschaltet hatte. Doch das schien eher ein Nachteil zu sein. Die Tigers wirkten schläfrig, fanden offensiv nie ihren Rhythmus und die Werfer leisteten sich zu viele Fehler. Pablo Sandoval, wertvollster Spieler der World Series und aufgrund seiner fülligen Statur nur „The Panda“ genannt, schlug drei Home Runs im ersten Spiel und brachte sein Team damit frühzeitig auf Kurs. Dazu kam überragendes Pitching verbunden mit einer herausragenden Defensive. Und dann war da natürlich auch noch das Quäntchen Glück. Entscheidend sei das allerdings nicht gewesen, erklärte Tigers-Manager Jim Leyland. „Aber um ehrlich zu sein, bin ich schon ein bisschen baff. Baseball ist manchmal ein seltsames Spiel.“

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