Sport : Gilberto muss zahlen

Hertha BSC verhängt Geldstrafe gegen Brasilianer

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Es verwunderte ein wenig, was Alcir Pereira gestern Vormittag erzählte. Genauer gesagt, verwunderte das, was er in Gilbertos Namen von sich gab. Pereira ist der Dolmetscher des Fußballers des Berliner Bundesligisten Hertha BSC. „Ich werde mein Verhalten nicht ändern.“ So übersetzte der Dolmetscher Gilberto. Der Mittelfeldspieler war am Donnerstag mit drei Tagen Verspätung aus seinem Heimaturlaub zurückgekehrt, ohne Absprache mit der Vereinsführung. Will der Brasilianer seinen Urlaub in Zukunft also regelmäßig um drei Tage verlängern? Nein. Es handelte sich um eine ungenaue Übersetzung. „Eigentlich wollte Gilberto sagen, dass er sich auf dem Fußballplatz nicht verändern wird“, sagte Pereira später auf Nachfrage.

Der 29-Jährige hatte in seinem Urlaub die Trauerfeier für den Großvater seiner Frau organisiert. Deshalb habe er seinen Urlaub verlängert, sagte Gilberto. „Inhaltlich ist das ein Stück weit nachvollziehbar“, sagte Dieter Hoeneß. „Aber die Vorgehensweise war nicht in Ordnung.“ Damit meinte Herthas Manager, dass Gilberto die Vereinsführung nicht über seine Urlaubsverlängerung informiert hatte. Gilberto gab zu, „dass es ein Fehler war, Hertha nicht in Kenntnis zu setzen“. Der Verein verhängte eine Geldstrafe gegen Gilberto. Über deren Höhe wurde nichts bekannt.

Dass der Mittelfeldspieler für das heutige Ligapokalspiel in Düsseldorf gegen den VfB Stuttgart (18.15 Uhr, live auf Premiere) nicht nominiert wurde, will Trainer Falko Götz aber ausdrücklich nicht als zusätzliche Strafe verstanden wissen. Neben Gilberto sowie den verletzten Christian Fiedler und Yildiray Bastürk muss Hertha gegen Stuttgart auch auf Innenverteidiger Dick van Burik verzichten, der über muskuläre Probleme klagt.

Die Berliner haben den Ligapokal bereits zweimal gewonnen. 2001 und 2002 besiegten sie Schalke 04 jeweils im Finale mit 4:1. Trotzdem verbindet Hertha nicht nur Gutes mit dem Vorbereitungswettbewerb – die Berliner starteten nach beiden Pokalsiegen schwach in die Saison. „Wir hätten nichts dagegen, den Pokal noch ein drittes Mal zu holen“, sagte Hoeneß. Der Wettbewerb sei aus zwei Gründen interessant. „Erstens aus finanzieller Sicht.“ Für den Gewinn des Ligapokals gibt es 1,8 Millionen Euro. „Zweitens sind die Mannschaften, gegen die wir antreten, auf einem ähnlichen Level wie wir, weil sie in der gleichen Phase der Vorbereitung stecken.“

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