Gladbach - Bayern 3:4 : Bayern bescheren Heynckes einen Sieg in der Heimat

Tag des offenen Tores im Borussia-Park: Bayern München siegt 4:3 bei Borussia Mönchengladbach. Nach sieben Minuten waren bereits drei Tore gefallen.

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In Torero-Manier: Jupp Heynckes an alter Wirkungsstätte.
In Torero-Manier: Jupp Heynckes an alter Wirkungsstätte.Foto: dpa

Mönchengladbach - Von dem geselligen Freitagabend im Kreise der Gladbacher Pokalsieger von 1973 hatte Jupp Heynckes bereits mit großer Begeisterung erzählt. Doch beim Gedanken an seinen letzten Arbeitstag in einer Bundesliga-Arena, nach 1011 Auftritten als Spieler und Trainer, übermannten den Cheftrainer des FC Bayern die Emotionen. „Ich muss mich herzlich bedanken bei den Zuschauern und den Borussia-Fans“, hob Heynckes an. Dann brach er den Satz ab, drückte sich Daumen und Zeigefinger gegen die Augen und ließ seinen Tränen freien Lauf.

Es vergingen einige Sekunden, dann hatte sich der 68-Jährige wieder gefangen – und erklärte seinen Gefühlsausbruch: „Das zeigt, dass das meine Heimat ist.“ Dann stand der Gladbacher Kollege Lucien Favre auf, klopfte Heynckes kumpelhaft auf die Schulter, und alle im Presseraum Anwesenden applaudierten. Neben dem menschlichen Aspekt schwang darin auch die Achtung vor der Leistung des Heynckes-Teams in dieser Bundesligarunde mit: Durch das 4:3 (2:3) im Borussia-Park packten die Bayern weitere drei Zähler auf ihr pralles Konto – was Sportdirektor Matthias Sammer draußen vor dem Mannschaftsbus stolz kommentierte: „91 von 102 möglichen Punkten – ich hoffe, diese Marke steht ewig.“

Noch lange Bestand haben dürften auch der Rekord von nur 18 Gegentoren in dieser Runde – zu denen die Gladbacher beim Liga-Finale allerdings gleich ein Sechstel beisteuerten. Und das innerhalb der ersten zehn Minuten. „Was ist denn hier los?“, fragte der schwer irritierte Stadionsprecher, nachdem die Gladbacher Martin Stranzl und Mike Hanke sowie Münchens Javier Martínez bis zur 7. Minute bereits drei Treffer erzielt hatten – und Borussias Havard Nordtveit drei Minuten später nach einem Konter noch das 3:1 folgen ließ.

„Das waren in den ersten zehn Minuten nicht die richtigen Bayern“, sagte der Ex-Gladbacher Dante. Nach dem dritten Gegentor agierten die Bayern dann so souverän wie gewohnt und drehten die Partie durch zwei Treffer von Franck Ribéry und Arjen Robben noch.

„Es war ein ungewöhnlicher Auftakt, durch den wir noch aufmerksamer geworden sind“, befand Bastian Schweinsteiger. Während Ribéry gleich auf das große Champions-League-Finale gegen Dortmund anspielte: „Das war gut für unser Selbstbewusstsein.“ Andreas Morbach

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