Gladbach - Bremen 5:0 : Gladbach fertigt Bremen ab

Borussia Mönchengladbach darf endgültig von Europa träumen: Mit einem furiosen 5:0 (3:0)-Sieg im Verfolgerduell gegen Werder Bremen am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga setzte der fünfmalige deutsche Meister ein deutliches Ausrufezeichen.

Seitdem Marco Reus die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor abgesprochen wurde hat der 22-jährige Nationalspieler in drei Spielen sieben Tore erzielt.
Seitdem Marco Reus die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor abgesprochen wurde hat der 22-jährige Nationalspieler in drei Spielen sieben...Foto: afp

Patrick Herrmann (16. Minute), Marco Reus (23., 38., 51.) und Juan Arango (53.) trafen für die Gladbacher, die seit nunmehr zehn Heimspielen unbesiegt sind. Der Borussia-Park bleibt weiter kein gutes Pflaster für die Bremer, die dort seit 2004 nur ein Spiel gewinnen konnten.

„Marco Reus ist ein Super-Junge, es macht Spaß, ihm zuzusehen“, erklärte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. „Die Mannschaft hat im letzten Jahr viel gelernt, jetzt freuen wir uns auf das Derby am Freitag in Köln.“ Der gelobte Angreifer Reus sagte: „Wir wussten, dass Bremen nach einem Rückstand jederzeit zurückkommen kann. Deshalb haben wir vor dem Spiel gesagt, wenn wir führen, dann dürfen wir nicht nachlassen. Das haben wir eindrucksvoll geschafft.“ Zu Spekulationen über einen möglichen Vereinswechsel erklärte der umworbene Stürmer: „Ich fühle mich bei der Borussia sehr wohl. Mehr sage ich dazu nicht.“ Demgegenüber war Bremens Trainer Thomas Schaaf sehr unzufrieden: „Natürlich sind wir enttäuscht und frustriert. Wir sind unseren Aufgaben auf dem Platz nicht nachgekommen und haben in den Zweikämpfen nicht gegengehalten.“

Gladbachs Trainer Lucien Favre vertraute in seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer auf das Team, das vor zwei Wochen 2:1 bei Aufsteiger Hertha BSC Berlin gewonnen hatte. Werders Trainer Thomas Schaaf stellte sein Team auf zwei Positionen um: Für den Brasilianer Naldo (Bronchitis) spielte Andreas Wolf, für Lukas Schmitz lief Philipp Bargfrede auf.

Das Verfolgerduell hielt vor 53.465 Zuschauern nur zu Beginn das, was es versprach. Beide Mannschaften suchten mit schnellen Kombinationen immer wieder den direkten Weg zum Tor. Die erste Chance hatten dabei die Gastgeber. Nach einem schnellen Konter kam Roman Neustädter nach Vorlage von Mike Hanke frei zum Schuss, verzog jedoch (13.).

Zwei Minuten später fischte Gladbachs Torhüter Marc-Andre ter Stegen, der zwei Tage zuvor seinen Vertrag vorzeitig bis 2015 verlängert hatte, einen Freistoß von Mehmet Ekici aus dem Winkel (15.). Dann übernahm die Borussia das Kommando und ging im Gegenzug in Führung: Nach einer Flanke von Juan Arango war Patrick Herrmann mit dem Kopf zur Stelle (16.).

Die Borussia drückte nun weiter auf das Tempo, spielte wie entfesselt auf und kam zu Chancen im Minutentakt. In der 23. Minute folgte der erste Auftritt von Nationalspieler Marco Reus. Der 22-Jährige schnappte sich knapp hinter der Mittellinie den Ball, düpierte zwei Bremer Abwehrspieler und schob überlegt zum 2:0 ein.

Von den enttäuschenden Bremern war wenig bis gar nichts zu sehen. Die Abwehr der Schaaf-Truppe glich phasenweise einem Hühnerhaufen. Beim 3:0 in der 38. Minute gab es dann auch braven Geleitschutz der kompletten Hintermannschaft: Nach einem öffnenden Pass von Neustädter durfte Herrmann unbedrängt in den Strafraum eindringen, um Reus das neunte Saisontor aufzulegen.

Die zaghaften Angriffsbemühungen der Gäste zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden in der 51. Minute von den Gladbachern umgehend im Keim erstickt. Tim Wiese ließ einen Schuss von Hanke nur abklatschen, so dass Reus zum 4:0 einschieben konnte. Wenig später ein ähnliches Bild: Herrmanns Schuss ließ Wiese ebenfalls nach vorne prallen, gegen Arangos Schuss in den Winkel hatte der Nationaltorhüter dann keine Abwehrchance (53.).

Mit der deutlichen Führung im Rücken ließen es die Gastgeber dann etwas ruhiger angehen. Die Bremer erholten sich von dem schnellen Doppelschlag nicht mehr. Unrühmlicher Höhepunkt des Bremer Auftritts war die Gelb-Rote Karte für Sokratis in der 76. Minute nach einem Foul an Herrmann.(dapd)

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