Gladbach - Dortmund 1:0 : Nicht mal Fast-Meister

Dortmund erwacht in Gladbach zu spät, verliert 0:1 und hat jetzt noch fünf Punkte Vorsprung. Gladbach verlässt unterdessen nach einem halben Jahr Platz 18.

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Ein Barrios am Boden. Dortmunds bester Torjäger war angeschlagen und wurde in Gladbach nur eingewechselt. Doch selbst er konnte die Niederlage nicht verhindern.
Ein Barrios am Boden. Dortmunds bester Torjäger war angeschlagen und wurde in Gladbach nur eingewechselt. Doch selbst er konnte...Foto: AFP

Entscheidung vertagt. Der Ostersamstag ist nicht nach dem Willen der Heerscharen Dortmunder Fans gelaufen, die beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach und in Dortmund unterwegs waren. Anstatt den Abstand auf Verfolger Leverkusen wie erhofft uneinholbar auszubauen, schrumpfte er zusammen. Drei Spieltage vor Saisonende hat der BVB allerdings weiterhin fünf Punkte Vorsprung und zudem eine um 22 Tore bessere Tordifferenz als der Konkurrent aus dem Rheinland. „Wir machen uns jetzt keine Sorgen“, sagte Kapitän Roman Weidenfeller nach dem 0:1 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach: „Wir müssen unsere beiden Heimspiele gewinnen, dann ist alles in Ordnung.“

Die Gladbacher dagegen feierten einen wichtigen Sieg. Zum ersten Mal seit einem halben Jahr wird Gladbach nicht auf dem letzten Tabellenplatz geführt. „Die Hoffnung, den Klassenerhalt zu schaffen ist da, das ist klar“, sagte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel, „aber wir brauchen noch mindestens sechs Punkte.“ Und Marco Reus ergänzte: „Wir glauben tausendprozentig daran, dass wir das schaffen.“

Es war viel gelb zu sehen im Borussia-Park, beinahe die Hälfte der 54 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion waren aus Dortmund an den Niederrhein gekommen. Zudem hatten in der Stadt im Ruhrgebiet am Nachmittag Tausende in Kneipen miterlebt, wie Leverkusen gegen Hoffenheim gewann und schon damit die Meisterentscheidung vertagt wurde.

Der BVB übernahm in Mönchengladbach von Beginn an die Initiative, bereits nach 22 Sekunden hätte Mario Götze den Tabellenführer in Führung bringen können, sein Kopfball strich knapp über das Tor. Zehn Minuten später schoss der Jung-Nationalspieler aufs kurze Eck, doch Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen reagierte stark. Danach ließ der Elan der Dortmunder nach, die Gastgeber kamen nun besser ins Spiel. Juan Arango spielte Marco Reus frei, doch der schob den Ball rechts am Tor vorbei.

Es war nun eine offene Partie, in der der Tabellenletzte in Führung ging. Mohamadou Idrissou nutzte im Laufduell mit Dortmunds Manndecker Neven Subotic einen Stellungsfehler des Serben und vollendete mit einem Schlenzer. Der designierte Meister hatte in der ersten Halbzeit nicht genug getan. „Gladbach hat es verstanden, uns das Leben richtig schwer zu machen“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Die zweite Hälfte begann mit einigen Minuten Verspätung, weil im Dortmunder Block bengalische Feuer brannten. Als der Ball wieder rollte, erhöhte Dortmund den Druck. Die Überlegenheit wurde nun deutlich, der Kopfball von Mats Hummels nach einer Ecke verfehlte sein Ziel knapp, ein Schuss von Götze klatschte an die Latte, Marcel Schmelzer setzte den Ball an den Pfosten, und als der eingewechselte Mohamed Zidan allein durch war, entschied Schiedsrichter Wolfgang Stark zu unrecht auf Abseits.Längst war es ein Spiel auf ein Tor, mit viel Glück und einem tollen Torhüter Marc-André ter Stegen verteidigte Gladbach den so Vorsprung.

Dortmund nahm die Niederlage zumindest äußerlich gelassen. „Wir wollten hier kein großes Fest feiern, sondern unsere Hausaufgaben machen. Das ist uns nicht gelungen, was uns nicht unbedingt froh macht“, sagte Klopp.

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