Gladbach gerettet : Nur eine Borussia feiert

Borussia Mönchengladbach hält mit einem 1:1 gegen Borussia Dortmund die Klasse - und Sportdirektor Max Eberl spricht von Zukunftsplanungen mit Trainer Hans Meyer.

Andreas Morbach[Mönchengladbach]
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Tanz der Borussen. Mönchengladbachs Baumjohann (r.) und Dortmunds Sahin fliegen auf den Ball. Foto: dpa

Bevor sein Lamento über das unglückliche Saisonfinale allzu sehr ausufern konnte, schlüpfte Jürgen Klopp dann doch lieber in die Rolle des bescheidenen Gastes. Also stoppte der Cheftrainer der Dortmunder Borussia das begonnene Wehklagen über die in letzter Sekunde verpasste Qualifikation für die Europa League und gab nach dem 1:1 seiner Elf in Mönchengladbach nur noch einen grundsätzlichen Einblick in das schwarz- gelbe Seelenleben. „Wir sind riesig enttäuscht“, erklärte Klopp lapidar und ergänzte: „Alles andere würde zu weit führen, das können wir auch in Dortmund besprechen. Denn das interessiert in Gladbach im Augenblick wirklich niemanden.“

Mit dieser Einschätzung lag der 41-Jährige richtig. Denn mit dem Remis gegen die Borussia aus Westfalen hatte die Borussia vom Niederrhein den nötigen Punkt ergattert, um unabhängig von den Resultaten in Bielefeld und Cottbus sicher die Liga zu halten. Mit elf Punkten waren die Gladbacher in die Rückrunde gestartet – und die 20 Zähler aus der Rückserie hievten das Team von Hans Meyer letztlich knapp über den Strich. „Ich kann die Jungs nur dazu beglückwünschen, wie sie mit der ständigen Bedrohung gelebt haben“, sagte der 66 Jahre alte Trainer. „Denn das Abstiegsgespenst war ja nie verschwunden.“

In der finalen Runde wurde es nun definitiv verscheucht, so dass Meyer – der im Falle des Abstiegs sein Adieu bereits recht deutlich angekündigt hatte – sich jetzt zu seiner Zukunft beim Bundesligisten Mönchengladbach erklären muss. „Wir planen ab sofort mit unserem Funktionsteam, und dazu gehört Hans Meyer“, betont Sportdirektor Max Eberl dazu knapp. BVB-Coach Klopp dagegen musste nach den Treffern durch Gladbachs Dante und Dortmunds Jakub Blaszczykowski beim Gedanken an den zurückliegenden Nachmittag noch einmal heftig schlucken. „Dass Gladbach das 1:0 nach einer unberechtigten Ecke erzielt und Hamburg in Frankfurt in allerletzter Sekunde gewinnt, ist an Tragik nicht zu überbieten.“ Dennoch versprach Klopp tapfer: „Wir werden in der nächsten Saison dort weitermachen, wo wir heute aufhören mussten.“

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