Gladbach - Hannover 2:1 : Reus trifft doppelt gegen Hannover

Marco Reus sorgt mit einem Doppelpack für einen 2:1-Sieg seiner Gladbacher gegen Hannover. Zuvor war die mangelhafte Chancenverwertung des Nationalspielers kritisiert worden.

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Marco Reus (r.), mit zwei Toren der entscheidende Gladbacher Spieler gegen Hannover, gemeinsam mit Erfolgstrainer Lucien Favre (l.).
Marco Reus (r.), mit zwei Toren der entscheidende Gladbacher Spieler gegen Hannover, gemeinsam mit Erfolgstrainer Lucien Favre...Foto: dpa

Marco Reus unter der Woche Gegenstand einer öffentlichen Diskussion, die Lucien Favre gar nicht gefallen hat. Der Trainer von Borussia Mönchengladbach hat seinen Offensivspieler sogar ausdrücklich gegen den Vorwurf in Schutz genommen, zuletzt zu viele Chancen verschludert zu haben. Das dürfte Reus gefreut haben, noch besser ist es natürlich, sich selbst zu helfen. Zwanzig Minuten waren im Heimspiel der Gladbacher gegen Hannover 96 vorüber, als der Nationalspieler alle Debatten verstummen ließ: Nach einem schönen No-Look-Pass von Mike Hanke traf Reus trotz Bewachung durch Emanuel Pogatetz mit einem präzisen Schuss ins kurze Eck zum 1:0 für die Borussen. Der 22-Jährige machte gegen Hannover ein überragendes Spiel, erzielte nach der Pause auch noch das Tor zum 2:1 (1:1)-Endstand und sicherte den Gladbachern damit nach drei vergeblichen Versuchen mal wieder einen Sieg.

 Es war zunächst ein sehr taktisches Duell der beiden Bayern-Bezwinger. Hannover verteidigte gewohnt tief; die Gastgeber wiederum ließen im Spielaufbau die nötige Vorsicht walten, um dem Gegner durch Ballverluste gar nicht erst die Möglichkeit zum Kontern zu eröffnen. Und obwohl Altin Lala als Vertreter des gesperrten Sergio Pinto zu Beginn einige Orientierungsschwierigkeiten hatte, fanden die Borussen in der Defensive der 96er so gut wie keine Lücke. Ein Freistoß von Juan Arango, den Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler zur Ecke lenkte, war die einzige gefährliche Situation der Anfangsviertelstunde. 

Reus’ Führungstor hätte das Spiel nachhaltig verändern können, doch der Vorsprung der Gastgeber währte nur fünf Minuten: Nach einem Freistoß von Christian Pander lenkte Pogatetz den Ball an Marc-André ter Stegen vorbei zum 1:1 ins Tor. Es war der erste Auswärtstreffer für die Hannoveraner seit dem zweiten Spieltag. Danach verlief die Begegnung wie auch schon vor den beiden Treffern: Gladbach suchte geduldig ein Loch in Hannovers Verteidigung, hatte zur Pause knapp 65 Prozent Ballbesitz, die Gäste hingegen lauerten auf Konter. 

Zu Hannovers besonderen Stärken zählen aber nicht nur Konter, sondern auch Standardsituationen. Gleich nach der Pause war es erneut ein Freistoß von Pander, der die Gladbacher gehörig in Not brachte. Pogatetz verlängerte mit dem Hinterkopf – doch diesmal konnte ter Stegen noch klären. Die zweite Halbzeit hatte weit mehr Fahrt als die erste, auch weil Reus nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff zum 2:1 traf. Nach einem Netzer-Gedächtnispass von Havard Nordtveit lenkte Arango den Ball volley weiter auf Reus, der Karim Haggui umkurvte und von der Strafraumgrenze vollendete. 

Die Mannschaft von Mirko Slomka bewies nun, dass sie nicht nur reaktiven Fußball kann. Hannover drängte und drückte, schien sogar zum zweiten Mal zum glücklichen Ausgleich zu kommen, diesmal durch einen abgefälschten Schuss von Manuel Schmiedebach. Abdellauoue hatte jedoch deutlich im Abseits gestanden. Slomka brachte Didier Ya Konan als zusätzlichen Stürmer. Die Gladbacher schienen fast ein bisschen überrascht von der Wucht des Gegners. Bis der Sieg amtlich war, mussten sie noch einige brenzlige Situationen überstehen.

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