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Gladbach - Hertha 3:0 : Borussia Mönchengladbach stoppt Hertha

Deutliche Entscheidung im Bruderduell: Raffael gewinnt mit Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC und Ronny – und trifft zum entscheidenden 3:0. Die Gladbacher springen damit auf den fünften Tabellenplatz, der am Ende zur Europa-League-Teilnahme berechtigen würde.

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Zwei Brüder, ein Ball: Am Ende gewinnt Raffael (l.) deutlich gegen Ronny.
Zwei Brüder, ein Ball: Am Ende gewinnt Raffael (l.) deutlich gegen Ronny.Foto: dpa

Zwei Minuten waren gespielt, als Ronny über den Rasen im Borussia-Park schlidderte und mit einer formvollendeten Grätsche den Ball eroberte. So eifrig wie gestern Abend hat man den Brasilianer von Hertha BSC selten bei der Defensivarbeit erlebt. Ronny rannte, Ronny kämpfte, Ronny jagte den Ball.

Dieses Spiel war ein besonderes für ihn. Auf der anderen Seite, bei Borussia Mönchengladbach, stand sein Bruder Raffael in der Startelf. Es ging also nicht nur um profane Punkte in der Fußball-Bundesliga, es ging auch um die Familienehre – mit dem besseren Ende für den Älteren der beiden de Araujos. Raffael steuerte sogar einen Treffer zum 3:0 (3:0)-Erfolg der Gladbacher bei, die damit im fünften Heimspiel des Jahres ihren ersten Sieg feierten.

„In den entscheidenden Momenten hat uns Borussia brutal das Genick gebrochen“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay, der im vierten Spiel gegen seinen Ex-Klub zum ersten Mal verlor. Dass es eine derart deutliche Niederlage geben würde, war zunächst nicht abzusehen. Hertha, erstmals von Peter Pekarik als Kapitän angeführt, hielt anfangs gut mit. Weil die Berliner gegen den Ball ähnlich wie die Gladbacher mit zwei Viererketten spielten, neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Vor den Toren passierte wenig. Für die Gastgeber traf Max Kruse nach fünf Minuten nur das Außennetz des Berliner Tores. Auf der anderen Seite kam Änis Ben-Hatira nach einem perfekten Konter, den Ronny mit seiner Balleroberung eingeleitet hatte, im Strafraum zum Schuss. Er setzte den Ball unbedrängt am Pfosten vorbei.

Wenn Ben-Hatira seine Chance genutzt hätte, wäre das Spiel vielleicht so verlaufen wie so viele Auswärtsspiele der Berliner zuletzt. „Ich weiß nicht, wie wir darauf reagiert hätten“, sagte Borussias Trainer Lucien Favre. Die Effizienz war an diesem Abend eindeutig auf Seiten der Gladbacher, die das Spiel mit zwei Toren innerhalb von fünf Minuten für sich entschieden. Nach einer guten halben Stunde konnte Johannes van den Bergh, sicher nicht der langsamste Spieler der Berliner, Patrick Herrmann nicht halten. Dessen Flanke verwertete Juan Arango mit einem Aufsetzer zum 1:0.

Raffael traf für Mönchengladbach zum 3:0 gegen Hertha BSC

Der Venezolaner war auch am zweiten Treffer der Gladbacher beteiligt. Seinen Freistoß lenkte Adrian Ramos per Kopf ins eigene Tor. Und noch vor der Pause legten die Borussen nach: Nach einem Doppelpass mit Kruse überwand Raffael Torhüter Thomas Kraft mit einem Lupfer zum 3:0. Der Brasilianer feierte seinen 14. Saisontreffer aus Rücksicht auf seinen früheren Arbeitgeber zwar sehr zurückgenommen, das änderte aber nichts daran, dass er die Angelegenheit genauso ernst nahm wie sein Bruder. Raffael gehörte wieder einmal zu den besten Gladbachern.

Wie schon vor einer Woche kassierten die Berliner damit drei Tore in einer Halbzeit. Dass sie nach der Pause nicht mehr in der Lage sein würden, dem Spiel eine Wende zu geben, war schnell zu spüren. „In der zweiten Halbzeit war es ein unangenehmes Spiel“, sagte Johannes van den Bergh. „Da ging es nur noch um Schadensbegrenzung.“ Hertha scheute auf Geheiß von Trainer Luhukay das letzte Risiko – um nicht noch mehr Gegentore zu kassieren. Die Gladbacher konnten die Sache anders als zuletzt gelassen zu Ende bringen. Borussias Innenverteidiger Martin Stranzl traf nach einer Ecke mit einem Kopfball den Pfosten, Kraft lenkte einen Freistoß von Arango aus 40 Metern gerade noch zur Ecke.

Als Luhukay eine Viertelstunde vor Schluss seinen gefährlichsten Stürmer Adrian Ramos vom Feld holte, war das so etwas wie das Eingeständnis der Niederlage. Das Heimspiel gegen die Bayern am Dienstag war jetzt wichtiger. Umso ärgerlicher, dass Innenverteidiger Sebastian Langkamp seine fünfte Gelbe Karte sah und damit gesperrt ist. „Wir werden elf Spieler gegen Bayern auflaufen lassen“, sagte Luhukay. „Mehr ist nicht möglich.“

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