Sport : Gladbach steht im Endspiel

Für den Letzten geht es jetzt in jeder Partie um alles

Stefan Hermanns

Dortmund - Mit sorgenvoller Miene betrachte Peter Pander die Ergebnisse aus den anderen Stadien. „Das war nun wirklich kein Spieltag für uns“, ärgerte sich der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Der HSV hatte in Bremen gewonnen, Mainz 05 in Berlin. Was die ohnehin missliche Lage für die Mönchengladbacher im Abstiegskampf weiter verschärft hat: Die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay fiel nach dem 0:1 (0:1) bei Borussia Dortmund ans Tabellenende zurück. Der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1999 droht. „Nun muss jedem klar sein, worum es geht, von jetzt an gibt es für uns nur noch Endspiele“, sagte Pander. Das erste dieser Endspiele steigt am kommenden Sonntag gegen Werder Bremen, das seinerseits noch um die letzte Meisterschaftschance kämpft.

Norbert Dickel, der Stadionsprecher von Borussia Dortmund, hatte es nur gut gemeint, als er den 73 600 Zuschauern Nelson Valdez als Torschützen zum 1:0 ansagte. Kurz darauf korrigierte er sich: Alexander Frei war es gewesen, der den feinen Pass von Tinga zum einzigen Treffer gegen Mönchengladbach verwertet hatte. Man muss Nobert Dickel zugute halten, dass alle Anzeichen für Valdez sprachen. Der Stürmer hat immer noch kein Tor für den BVB erzielt, und so etwas ist eigentlich ein Fall für die Gladbacher Borussia. Wer immer in der Krise steckt, findet bei ihr ganz bestimmt ein bisschen Hilfe.

Die Dortmunder beendeten durch dieses Tor eine Serie von drei Niederlagen. Freis Treffer war der erste nach mehr als 320 Minuten. „Das Ergebnis war natürlich gut für uns“, sagte Christoph Metzelder. „Trotzdem ist noch Verunsicherung da.“ Nach der Führung büßten die Dortmunder die Hoheit über das Geschehen ein. Doch die Gladbacher sind derzeit der letzte Gegner, der so etwas ausnutzen kann. Sie hielten die Partie bis zum Ende offen, mehr nicht. Von Entschlossenheit und Biss, vom unbedingten Willen, gegen den drohenden Abstieg etwas auszurichten, war wenig zu spüren. „Für eine gute B-Note gibt es keine Punkte. Wir müssen an einer besseren A-Note arbeiten“, forderte Pander. Mittelfeldspieler Peer Kluge fürchtet gar: „Hoffentlich brechen wir jetzt nicht auseinander.“

Trainer Luhukay hatte in der Woche vor dem Spiel sogar ein Sondertraining mit seinen Offensivspielern abgehalten. Ohne Erfolg. „Es fehlte die letzte Geilheit, ein Tor zu erzielen“, sagte der Holländer. Gleich nach der Pause vergab Federico Insua die Chance zum Ausgleich, als er einen Abpraller überlegt ins Tor schieben wollte, der Schuss aber abgeblockt wurde. Zé Antonio scheiterte zehn Minuten später mit einem Kopfball an Dortmunds Torhüter Weidenfeller.

Viel mehr brachte Gladbachs Offensive nicht zuwege. Kahe schoss kein einziges Mal aufs Tor, Wesley Sonck spielte nach seiner Einwechslung fahrig. Pander musste sich angesichts der strukturellen Schwäche im Sturm fragen lassen, ob er in der Winterpause nicht die Chance verpasst habe, einen gefährlichen Angreifer zu verpflichten. „Welche Chance denn?“, antwortete er.

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