Glanz aus der Distanz : Alba siegt gegen Tübingen

Sechsmal in Folge hatte Tübingen zuletzt gewonnen. In Berlin traten die Gäste daher zunächst selbstbewusst auf, vor allem Aleksandar Nadjfeji demonstrierte an alter Wirkungsstätte alte Stärke. Dennoch: Alba bezwingt Tübingen spektakulär mit 99:83.

Helen Ruwald
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Nicht zu stoppen. Julius Jenkins erzielte gegen Tübingen 30 Punkte. Foto: ddpddp

BerlinZunächst konnte der kurzgeschorene Mr. Jenkins mit der Nummer elf noch mithalten mit dem langhaarigen Mr. Jenkins mit der Nummer elf. Doch irgendwann Mitte des zweiten Viertels schaute er vorübergehend nur noch staunend zu, wie sein Namensvetter den Ball ein ums andere Mal mit unglaublicher Sicherheit aus großer Entfernung in den Korb segeln ließ. Alba Berlins Julius Jenkins riss die Berliner unter den 9188 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof am Samstagabend immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Beim 99:83 (50:43) gegen die Tigers Tübingen traf er in der ersten Halbzeit sieben Dreier, sechs davon im zweiten Spielabschnitt binnen zehn Minuten – eine in der Basketball-Bundesliga extrem seltene Bilanz. Insgesamt kam er auf 30 Punkte. Michael Jenkins aus Tübingen hatte zur Pause immerhin dreimal aus der Distanz getroffen, er kam schließlich auf 28 Punkte.

Sechsmal in Folge hatte Tübingen zuletzt gewonnen. In Berlin traten die Gäste daher zunächst selbstbewusst auf, vor allem Aleksandar Nadjfeji demonstrierte an alter Wirkungsstätte alte Stärke. Der ehemalige Berliner kam auf 16 Punkte. Sein Team ließ sich auch von einem Rückstand von bis zu 18 Punkten (49:67) nicht demoralisieren und zeigte bis zum Ende Angriffslust. Alba ging bei all der spektakulären Spielerei in der Verteidigung nicht mit höchstmöglicher Aggressivität zu Werke ging. „Der Gegner hat das Spiel am Leben gehalten“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic, „wir hätten ihn besser kontrollieren müssen.“

Stattdessen wollte fast jeder mit Dreipunktewürfen glänzen: 34 Mal warf Alba von jenseits der Dreierlinie, 18 Mal war der Wurf erfolgreich. „Das hat sich angeboten, wir hatten viele freie Würfe“, sagte Immanuel McElroy, dessen Team die Tabellenführung übernahm. Er selbst zeigte eine spektakuläre Einlage, als er bei einem Alba-Angriff alleine auf den Korb zulief, sich umdrehte und den Ball mit dem Rücken zum Korb durchs Netz beförderte.

Doch auch die Tübinger begeisterten ihre Fans, genauer der Mann mit der Nummer elf im schwarzen Trikot, Michael Jenkins. Er traf nach der Pause noch fünf Dreier und kam damit auf insgesamt acht – so viele wie auch Julius Jenkins. Dieser verpasste damit nur knapp den von Mike Penberthy aufgestellten Alba-Rekord von neun Dreiern in einem Spiel. Helen Ruwald

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