Sport : Glauben an den großen Wurf

Eine Woche vor Saisonbeginn reden sich die Handballer der Füchse stark

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Alphatier. Der isländische Nationalspieler Alexander Petersson (r.) ist ein Führungsspieler der Füchse Berlin. Foto: Mike Wolff
Alphatier. Der isländische Nationalspieler Alexander Petersson (r.) ist ein Führungsspieler der Füchse Berlin. Foto: Mike Wolff

Berlin - Erst wird heute bei den Füchsen ganz groß gefeiert, dann folgt noch der sportliche Abschluss der Saisonvorbereitung. „Wir brennen alle darauf, dass es endlich losgeht“, sagt Kapitän Torsten Laen. Alle seien absolut auf den Samstag in einer Woche fokussiert, das erste Bundesligaspiel in Hannover. Die Präsentation des Teams vor 250 geladenen Gästen in der Berliner Spielbank am Potsdamer Platz und dann am Wochenende das Handballmasters in Chemnitz mit Spielen zunächst gegen Dinamo Minsk und Holstebro sind „willkommene Abwechslungen nach sehr harten Wochen“, sagt der Däne. „Wir spüren, dass wir in dieser Saison eine Menge erreichen können“, benennt der 31 Jahre alte Kreisläufer das globale Ziel des letztjährigen Bundesligadritten und damit nunmehr Champions-League-Teams.

Unumwunden gibt Laen zu, dass es eine glückliche Entscheidung war, nicht schon dieses Jahr in die Heimat zurück nach Bjerringbro-Silkeborg zu wechseln, was er erwogen hatte, sondern sich weiter an die Füchse zu binden. „Das hat mir sehr geholfen, die harte Vorbereitung zu überstehen“, sagt er. „Ich musste mich an nichts Neues gewöhnen, konnte zudem verletzungsfrei die mir bestens bekannten Regularien und Abläufe durchziehen.“ Gleichermaßen erging es auch den anderen „Ur-Füchsen“. Damit erklärt Laen auch den generellen Unterschied zur Situation vor einem Jahr: „Da mussten mit Christophersen, Spoljaric und Petersson drei Spieler integriert werden, die für erste Aufstellung vorgesehen waren. Nach einem Jahr steht diese Formation und ist eingespielt. Von der Eingewöhnungszeit der Neuen diesmal, Romero, Stenbäcken und Pewnow, hängt nicht gleichermaßen viel ab.“ Daraus leitet Torsten Laen auch das sehr gute Abschneiden zuletzt gegen internationale Top-Teams, das in Siegen gegen Montpellier und Veszprem gipfelte.

Füchse-Manager Bob Hanning gibt ihm da absolut Recht. „Außerdem ist alles diesmal viel unaufgeregter abgelaufen, mit stark gewachsenem Glauben an die eigene Stärke“, sagt er. Das alles ist natürlich der internationalen Konkurrenz, vor allem den Champions-League-Gegnern, nicht verborgen geblieben. Für Trainer Dagur Sigurdsson ist dieser Fakt jedoch ziemlich belanglos. Seine Meinung ist, „wer in der Bundesliga auf Rang drei kommt und sich für die Champions League direkt qualifiziert, den nimmt jeder ernst“. Torsten Laen dagegen berichtet von Gesprächen, zum Beispiel mit seinen Landsleuten von AG Kopenhagen, die sich da gar nicht so sicher sind. „Einige haben sich sehr gewundert, wie wir mit der Aufstellung zu dieser Leistung fähig waren. Ich glaube, wir werden von einigen etwas unterschätzt“, vermutet er. Vielleicht sind gerade die Kopenhagener Spieler auch deshalb im Zweifel, weil sich die Füchse gegen sie beim Turnier in Ehingen nach Aussage von Laen „die schlechtesten zehn Minuten aller Vorbereitungsspiele geleistet“ hatten. Für Torsten Laen sind diese zehn Minuten genauso wichtig wie der Sieg mit elf Toren Vorsprung gegen Veszprem. „Das eine hat uns die Schwächen deutlich gemacht, das andere Respekt verschafft“, sagt er.

Insgesamt aber sehen sich die Füchse bereits auf Augenhöhe mit einigen Gegnern aus der Champions League. Doch Dagur Sigurdsson will auf keinen Fall zu sehr nur diesen Wettbewerb bewerten, denn er sieht die Champions-League-Gegner als gleichwertig mit denen in der Bundesliga an. „Nur das untere Drittel in der Bundesliga fällt ab“, sagt er. Zu dem auch Hannover zählt, der Auftaktgegner. Aber diese Begegnung hat für den Isländer dennoch einen besonderen Status: „Wenn es erstmals so richtig zur Sache geht, zählt alles Vorherige nicht. Erst dann wissen wir wirklich, wo wir stehen.“

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