Sport : Gleich am Anfang feiern

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Sapporo (dpa). Torjäger Christian Vieri hat Italien nach langer Zeit endlich mal wieder einen Sieg zum Auftakt einer Fußball-Weltmeisterschaft beschert. Der 28-jährige Stürmerstar von Inter Mailand erzielte beim 2:0 (2:0) über Ekuador im japanischen Sapporo frühzeitig die beiden Treffer. Vieri schraubte damit seine Weltmeisterschafts-Bilanz auf sieben Tore, nachdem er 1998 bereits fünfmal erfolgreich war. Die Squadra Azzurra legte vor 31 081 Zuschauern im Sapporo Dome ihre fast schon traditionellen Startschwierigkeiten bei WM-Turnieren ab und unterstrich ihre Ambitionen auf den vierten WM-Titel trotz einer wenig spektakulären zweiten Halbzeit. Für WM-Neuling Ekuador war es insgesamt eine Lehrstunde zum Auftakt der Gruppe G, zu der auch Kroatien und Mexiko zählen.

Italiens Trainer-Routinier Giovanni Trapattoni zeigte sich am Ende zufrieden. „Vieri ist ein Eckpfeiler dieses Teams“, sagte er über seinen Torjäger und stellte fest: „Wir haben von der schnellen Führung profitiert. Nach dem 2:0 war es dann doch ziemlich einfach für uns. Jetzt wird erstmal kurz gefeiert, dann kommt Kroatien.“ Der nächste Gegner der Azzurri steht am Samstag in Ibaraki nach dem 0:1 gegen Mexiko schon unter Zugzwang.

Ekuadors Trainer Hernan Dario Gomez war trotz der Niederlage keineswegs deprimiert. „Wir waren am Anfang als WM-Debütanten einfach zu nervös und haben dafür den Preis bezahlt“, sagte er, fand aber auch positive Seiten: „Wir haben den Mut nie verloren und uns nach der Pause behauptet. Das lässt uns hoffen.“ Vielleicht klappt es ja schon im nächsten Spiel besser. Da trifft Ekuador am Sonntag in Miyagi auf Mexiko.

Besser hätten das Spiel und die WM für das Team von Trapattoni nicht beginnen können. Schon in der siebenten Minute schlug die Doppelspitze der Italiener zu. Vieri vollendete nach Zuspiel von Francesco Totti vom AS Rom zum 1:0. Nach einer knappen halben Stunde erhöhte er nach langem Pass seines Klubkameraden Luigi Di Biagio auf 2:0. Vieri war 1999 für umgerechnet 46 Millionen Euro als damals teuerster Spieler der Welt von Lazio Rom zu Inter Mailand gewechselt.

Zwei Tage nach dem deutschen 8:0 gegen Saudi-Arabien an gleicher Stelle schien sich nun ein weiterer hoher Sieg anzubahnen. Doch nach der Halbzeit zogen sich die Italiener etwas zurück. Die Abwehr um Kapitän Paolo Maldini stand ohnehin weiter sicher.

Bei Italien war Totti zumindest vor der Pause der herausragende Akteur. Ex-Bayern-Coach Trapattoni hatte sich goldrichtig im Sturm für die Doppelspitze Totti-Vieri und gegen Alessandro Del Piero von Meister Juventus Turin entschieden. Der Publikumsliebling kam erst in der 74. Minute für Totti und wurde von Italiens Fans stürmisch begrüßt.

Für Italien war es der klarste WM-Startsieg seit dem 3:1 über Haiti 1974 und der erste seit dem 1:0 über Österreich 1990 im eigenen Land. Seit 1982 hatten die Azzurri nur einmal zum WM-Auftakt gewonnen, 1994 sogar mit 0:1 gegen Irland verloren.

Die Kicker aus dem Anden-Staat, die sich in Südamerika sensationell als Zweite hinter Argentinien qualifiziert hatten, kamen nie ins Spiel. Dies galt auch für Agustin Delgado vom FC Southampton, der in der Qualifikation neun Tore erzielt hatte.

„Wir haben großen Respekt vor Ekuador. Es ist eine Mannschaft mit sehr starken Stürmern, die viel Phantasie beweisen“, hatte Trapattoni zuvor noch gesagt. Doch erst in der Schlussminute musste Torwart Gianluigi Buffon, der bei Juventus Turin angestellt ist, einmal gegen Delgado retten. Doch da schienen die Italiener mit den Gedanken schon in der Kabine zu sein.

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