Sport : Gleiche Pflichten, gleiche Rechte

Friedhard Teuffel

Die Karriere eines professionellen Fußballspielers dauert manchmal nur wenige Jahre, seine Leistung wird meist außergewöhnlich hoch bezahlt, im besten Fall kommt er zu großer Berühmtheit –, und dennoch ist er ein gewöhnlicher Arbeitnehmer wie jeder andere auch. Das ist gestern wieder einmal richterlich bestätigt worden, indem das Arbeitsgericht Berlin die Suspendierung eines Regionalligaspielers des 1. FC Union vom Training aufgrund fehlender Leistung für unzulässig erklärte. Genauso wie ein Sachbearbeiter nicht auf einmal zum Leeren der Papierkörbe geschickt werden darf, so muss auch ein Fußballspieler seinem Vertrag entsprechend beschäftigt werden.

Die Richterin bemerkte sicher nicht ohne Grund, dass sie von Fußball eigentlich keine Ahnung habe. Die braucht sie schließlich auch nicht. Denn warum sollte ein Fußballspieler vor Gericht anders behandelt werden? Hohe Bezahlung und öffentliche Aufmerksamkeit sind kein Ausgleich für verletzte Arbeitnehmerrechte. Das hat schon der Europäische Gerichtshof vor elf Jahren in der so genannten Bosman-Entscheidung festgelegt. Seitdem dürfen Fußballspieler unter anderem nach Ende ihrer Vertragslaufzeit ohne Ablösesumme ihren Arbeitsplatz wechseln. Gegenüber ihrem Arbeitgeber haben Fußballspieler schließlich dieselben Pflichten wie andere – auch wenn wohl nur bei Fußballern an jedem Wochenende diskutiert wird, ob sie nicht gerade mal wieder ihre Arbeit verweigert hätten.

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