Sport : Gleichwertig nur in Unterzahl

Deutschland verliert beim Eishockey-World-Cup 2:5 gegen Schweden

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Stockholm Die Schweden hatten Angst, das konnte man sehen. Bloß nicht wieder eine Überzahlsituation riskieren, schienen sie sich zu sagen. Zwei Tore hatte die deutsche Eishockeymannschaft bereits bei ihrem ersten Spiel im World Cup geschossen, beide in Unterzahl. Trotzdem gewann Schweden in Stockholm schließlich 5:2, weil es in einem Eishockeyspiel eben auch Phasen nummerischer Ausgeglichenheit gibt. Diese Erkenntnis sollte die deutsche Nationalmannschaft in ihre verbleibenden Gruppenspiele morgen gegen Finnland und am Freitag in Tschechien mitnehmen.

Der World Cup ist eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft im Eishockey. Im Gegensatz zum regulären WM-Turnier sind alle Spitzenspieler der nordamerikanischen Profiliga NHL dabei, nach deren Regeln auch gespielt wird. Das Feld ist kleiner, es gibt das in Europa abgeschaffte Zwei-Linien-Abseits und unerlaubter Weitschuss wird nur gepfiffen, wenn die verteidigende Mannschaft zuerst am Puck ist. Vielleicht lag es daran, dass die Schweden von Beginn an deutlich überlegen waren. 23 Spieler in der Mannschaft verdienen ihr Geld in der NHL, beim deutschen Team sind es gerade sieben.

Diese Überlegenheit konnte der Weltmeister von 1998 aber erst dreieinhalb Minuten vor der ersten Drittelpause nutzen. Tomas Holmström traf während der zweiten deutschen Strafzeit zur Führung. Schon eine Minute später waren die Deutschen erneut dezimiert. Doch diesmal nutzte NHL-Profi Marco Sturm eine Unaufmerksamkeit von Kim Johnsson, der den Puck beim Überzahlspiel an der blauen Linie verloren hatte. Sturm ging allein auf Torwart Tommy Salo zu und erzielte den überraschenden Ausgleich.

„20 Minuten konnten wir mithalten, dann haben die Schweden das Tempo angezogen“, sagte Sturm nach dem Match. In der Tat wurde das Spiel im Mitteldrittel entschieden. Sundin, Johnsson und Nilsson brachten Schweden mit 4:1 in Führung. Dann gab es wieder eine Strafe gegen Deutschland – und das Tor durch Daniel Kreutzer. Der Düsseldorfer hatte den unsicheren Salo mit einem Distanzschuss überwunden. Noch vor der Pause erzielte Fredrik Modin allerdings das 5:2.

Im letzten Abschnitt nahm Schweden das Tempo wieder ein wenig zurück. Das reichte gegen die deutschen Spieler, die sich kaum Chancen erspielen konnten, wenn man einmal von dem zu Recht aberkannten Handschuh-Treffer von Eduard Lewandowski absieht. Vielleicht hätte sich die Mannschaft noch die eine oder andere Strafzeit holen sollen. Tsp

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