Global Champions Tour : Die Springreiter sind überrascht von Berlin

Das neue Reitturnier auf dem Berliner Messegelände legt eine erfolgreiche Premiere hin - und Doppelsieger Christian Ahlmann wundert sich über all die Zuschauer.

Julien Duez
Berlin meldet ausverkauft. An jedem Wettkampftag zog das hochklassig besetzte Turnier 5000 Zuschauer auf das Gelände unter dem Funkturm.
Berlin meldet ausverkauft. An jedem Wettkampftag zog das hochklassig besetzte Turnier 5000 Zuschauer auf das Gelände unter dem...Foto: Julien Duez

Es ging nicht nur elegant zu unter dem Funkturm. Beim Springreitturnier der Global Champions Tour tranken die Vips natürlich auch genüsslich ihren Champagner. Aber viele Zuschauer saßen und lagen auch im Gras und verfolgten die Wettkämpfe im Oval bei bestem Wetter von dort. Auf jeden Fall waren die Tribünen voll im Sommergarten auf dem Berliner Messegelände. Mit jeweils 5000 Zuschauern war die Premiere des hochkarätig besetzten Turniers an beiden Tagen des Wochenendes ausverkauft.

Sie sahen einen Doppelsieg von Christinan Ahlmann. Am Samstag gewann er den Großen Preis, am Sonntag das Championat. „Ich war überrascht, wie viele Zuschauer hier beim ersten Mal waren“, sagte der 42-Jährige. „Ich bin früher in Berlin oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit geritten, aber jetzt war eine tolle Stimmung.“

Der millionenschwere Versuch, nach 14 Jahren wieder ein großes Reitturnier in Berlin zu etablieren, scheint gelungen zu sein. Aachen und Hamburg, die als Zentren des Pferdesports in Deutschlands gelten, werden wohl auch registrieren, dass Berlin mit der Global Champions Tour ein neuer Konkurrent werden könnte. Das internationale Flair der Hauptstadt spielt dabei für die Veranstalter, die vor allem die internationale Strahlkraft ihrer weltweit höchstdotierten Turnierserie mit den besten Springreitern im Blick haben, natürlich eine wichtige Rolle. Die nächste Station ist London.

Der Vertrag mit der Messe läuft noch bis 2018

„Berlin hat lange auf solch ein großes Reitturnier gewartet“, sagt Organisator Volker Wulff. „So viele Menschen haben mich angesprochen, dass sie sich so etwas in Berlin wünschen. Als wir vor zwei Jahren gemeinsam mit Jan Tops beschlossen, es zu versuchen, wurde es immer aufregender – und nun war auch die Premiere richtig aufregend und erfolgreich.“

Dazu trugen auch die Töchter reicher und berühmter Amerikaner unter den Startern bei: Jessica Springsteen und Georgina Bloomberg. Etwa zwei Millionen Euro kostet die Lizenz für jede der 18 Mannschaften, die an der Global Champions Tour teilnehmen. Wie viel es genau ist, sagen die Organisatoren nicht.

Wer zahlt also bei den Teams von Springsteen und Bloomberg? „Manchmal wollen wohlhabende Väter ihren Töchtern gerne Wünsche erfüllen“, sagt Wulff. Er wisse aber nicht genau, welche Teilnehmer wie viel zahlen. Beim Springsteen-Team kommt das meiste Geld wohl gar nicht von der Tochter des Rockstars Bruce Springsteen. Die 25-Jährige reitet nämlich so gut und erfolgreich, dass sie auch bei anderen Turnieren der schwersten Kategorie starten darf. Am Sonntag in Berlin wurde sie sogar Siebte, Bloomberg kam auf Platz 30.

Beide dürften wohl auch im nächsten Jahr dabei sein, denn die Turnierorganisatoren haben mit der Messe einen Vertrag bis 2018 abgeschlossen. Nach diesem Auftakt spricht viel für eine Verlängerung. (mit dpa)

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