Sport : Global denken, global handeln

Friedhard Teuffel

erklärt, was die Unesco gegen Doping erreichen kann Der Kampf gegen Doping kann jetzt erst richtig beginnen. Fand bisher nur der Handel mit Dopingmitteln grenzüberschreitend statt, so hat die Generalversammlung der Unesco nun auch die Globalisierung des Anti-Doping- Kampfs eingeleitet. Eine internationale Konvention gegen Doping verlangt von den Ländern der Welt, die Grenzen für Dopingkontrolleure zu öffnen. Das ist ein großer Schritt hin zur Waffengleichheit zwischen Betrügern und Fahndern.

Die wichtigsten Doping-Kontrollen sind überraschende Trainingskontrollen, nicht die bei einem Wettkampf. Wenn jedoch ein Kontrolleur eines internationalen Verbandes in ein Land einreisen will, muss er meist erst ein Visum beantragen. Überraschen kann er dann keinen verdächtigen Athleten mehr. Zudem kommt es oft genug vor, dass die Sportler gewarnt werden, wenn ein Kontrolleur gerade am Flughafen gelandet ist. Es gibt schließlich noch zu viele Länder, die ihre Athleten schützen wollen gegen die Hüter der sportlichen Regeln, und es ist nicht besonders glaubwürdig, wenn nur Chinesen Chinesen testen und ausschließlich Weißrussen Weißrussen.

Das Ausmaß der Kriminalität im Sport ist so groß, dass nur unabhängige Instanzen verlässliche Kontrollen durchführen können. Weil selbst die internationalen Fachverbände bisher den Kampf gegen Doping nur zögerlich vorangetrieben haben, bleibt einzig die Welt-Anti-Doping-Agentur. Gerade für ihr Kontrollpersonal muss die Unesco-Konvention von allen Ländern bedingungslos umgesetzt werden. Das nächste Etappenziel im Kampf gegen den Sportbetrug lautet: Reisefreiheit für Dopingkontrolleure.

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