Global United : Botschafter in kurzen Hosen

Fußballstars werben für den Klimaschutz

Nils Schulz-HoffmannD
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Foto: p-a/dpadpa

Berlin - Letztens saß Lutz Pfannenstiel in einem Pub in Brasilien. Der Fernseher lief, und als dort gerade der Premierminister eine Rede über die Klimaerwärmung hielt, kam ganz schnell der Wirt und schaltete um. „Was Politiker erzählen, interessiert die Leute nicht, es zählt nur der Fußball“, erzählt Pfannenstiel, der Fußballer von Welt. Der 36-Jährige, der als bisher einziger Fußballprofi auf allen sechs Kontinenten sein Geld verdient hat, will sich für den Umweltschutz stark machen. Um den Planeten retten zu helfen, setzt er auf den Fußball. Pfannenstiel hat gemerkt: „Wenn sich ein Star wie Cafu bei TV Global zum Klimaschutz äußert, wird der Fernseher laut gestellt und zugehört.“

Global United – so lautet das Fußball- Klimaprojekt von Lutz Pfannenstiel. Er will den globalen Sport nutzen, um das Umweltbewusstsein der Fußballfans zu steigern. Mithilfe des Netzwerkes seiner 16-jährigen Profikarriere hat er dafür schon 160 Spieler unter Vertrag genommen. Bekannte frühere Profis wie der Brasilianer Cafu, Norwegens Ausnahmespieler Ole-Gunnar Solskjaer oder der ehemalige Stuttgarter Krassimir Balakow finden sich zu Spielen für den guten Zweck zusammen; Auflaufprämien werden nicht gezahlt, die erwirtschafteten Einnahmen in Umweltprojekte reinvestiert. Auch Pfannenstiel weiß: Fußballstars von Format repräsentieren längst eigenständige globale Marken und verfügen über eine gigantische mediale Präsenz – ihre Botschaften werden gehört, deshalb sollen sie nun Botschafter werden.

Inzwischen hat der Niederbayer Pfannenstiel ein Projekt etabliert, das mit Summen im zweistelligen Millionenbereich operiert. „Global United ist mein großes Baby“, erzählt Pfannenstiel im persönlichen Gespräch, bei dem er auch noch für seine Autobiografie „Unhaltbar“ wirbt. Er wirkt aufgekratzt und zufrieden zugleich. Er sagt: „Das ist etwas, was ich bis an mein Lebensende machen will.“

Den Erfolg seines Projekts erklärt Pfannenstiel mit einem „Schneeballeffekt“, losgetreten durch die Allgegenwärtigkeit des Fußballs und des Klimaschutzes. Besonders stolz macht ihn, dass seine Botschafter sich mit dem Projekt identifizieren. Nicht wenige Spieler hätten ihren Lebensstil ihrem ökologischen Engagements angepasst, erzählt Pfannenstiel. „Der eine ist schon komplett auf Hybrid umgestiegen. Und ein anderer hat nur noch zwei statt fünf Autos in der Garage stehen.“ Nils Schulz-Hoffmann

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