Sport : Glück liegt auf der Straße Mit 37 Jahren findet Luminita Zaituc Erfüllung

und Erfolg beim Laufen – auch beim Halbmarathon

Friedhard Teuffel

Berlin - Was ein schlechter Lauf ist, hat Luminita Zaituc erst am vergangenen Sonntag erfahren. Bei den deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Herten musste sie Feldwege laufen und die letzten Meter im Stadion auf der Aschenbahn zurücklegen. „Das war keine Straßenmeisterschaft“, sagt sie. An diesem Sonntag beim Halbmarathon in Berlin kann sie zwar keinen Titel gewinnen, aber dafür eine bessere Grundlage zum schnellen Laufen finden. Das wären gute Voraussetzungen für eine neue persönliche Bestzeit.

Luminita Zaituc hat schon im vergangenen Jahr den Halbmarathon in Berlin gewonnen. Sie ist die derzeit beste deutsche Halbmarathon- und Marathonläuferin, auch wenn das bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften erst am grünen Tisch dokumentiert wurde. Zaituc wurde im Rennen Zweite hinter Viola Bor aus Kenia. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gestattet ausländischen Athleten die Teilnahme, wenn sie seit mindestens zwei Jahren ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, für einen deutschen Verein starten und zuletzt nicht bei Titelkämpfen in ihrer Heimat mitgelaufen sind. Die ersten beiden Bedingungen erfüllte Viola Bor auch. Nur war sie in diesem Jahr schon bei den Crossmeisterschaften in Kenia gestartet. Der DLV erkannte ihr den deutschen Meistertitel daher ab und erklärte Luminita Zaituc nachträglich zur Siegerin.

Nicht nur wegen der Turbulenzen um den Sieg mag Zaituc an die Veranstaltung des Wochenendes nicht mehr denken. Eine große Blase am Fuß hat die 37-Jährige auch noch davongetragen, und ihr Verhältnis zu den männlichen Läufern war auch nicht besonders gut. „Als wir ziemlich viel Gegenwind hatten, sind die Männer die ganze Zeit hinter uns Frauen gelaufen“, erzählt Zaituc. Sie habe die Männer daher aufgefordert, auch mal das Tempo zu machen, aber dafür nur die Antwort bekommen: „Warum denn? Ihr wollt doch Deutsche Meister werden.“

Auch das wird am Sonntag in Berlin bestimmt besser, denn die Veranstalter von SCC-Running haben einen eigenen Tempomacher für Luminita Zaituc ausgesucht, die 1990 aus Rumänien nach Deutschland kam und in Hamm lebt. Eine feste Platzierung oder eine Zeit nimmt sich Zaituc für Sonntag nicht vor. Wenn es gut läuft, könnte sie vielleicht ihre persönliche Bestleistung steigern, die liegt bei 69:35 Minuten.Wie im Vorjahr zu gewinnen, wird ihr wohl kaum gelingen. Denn diesmal hat Luminita Zaituc stärkere Konkurrentinnen. Vor allem Deena Kastor aus den USA. Die hatte bei den Olympischen Spielen in Athen die Bronzemedaille im Marathon gewonnen, Zaituc wurde in diesem Rennen 18.

Im Marathon hat Zaituc auch schon große Erfolge gefeiert. Bei ihrem ersten Marathon 2001 in Hamburg wurde sie auf Anhieb Zweite, im selben Jahr gewann sie dann den Frankfurt-Marathon. Hinter der Japanerin Mizuki Noguchi belegte sie im vergangenen Jahr beim Berlin-Marathon Rang zwei, es war die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit dem Sieg von Uta Pippig 1995.

Nach dem Berlin-Marathon gönnte sie sich erst einmal drei Wochen Pause. Der erste Trainingslauf nach der Pause brachte dann für sie eine besondere Erkenntnis: „Da habe ich so eine Freude am Laufen empfunden und gedacht: Das ist genau das Richtige für mich.“ Die ganze Zeit habe sie lächeln müssen. „Alle Leute, die mir begegnet sind, haben mich wahrscheinlich für verrückt gehalten.“

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