Sport : Glückliche Effizienz

Die Kölner Haie spielen, die Berliner Eisbären gewinnen 3:2

Claus Vetter

Berlin - Doug Mason war in Plauderlaune. Das Spiel seiner Kölner Haie bei den Berliner Eisbären war kaum vorbei, da war der Redefluss des kanadischen Trainers mit holländischer Staatsbürgerschaft nicht zu bremsen. Mason referierte in seinem eigentümlich holländisch-englisch gefärbtem Deutsch über ein seltsames Eishockeyspiel, in dem er seine Mannschaft ausführlich lobte. Er sprach von „Leidenschaft, hohem Tempo und einem begeisternden Spiel“. Leider hätten seine Spieler „nicht alles umgesetzt, was ich ihnen gesagt habe“. Nach über zehn Minuten endlich schloss Mason mit den Worten: „Bevor ich in die Gefahr gerate, zu viel zu reden, gratuliere ich jetzt lieber Don Jackson zum Sieg.“ Der Trainer der Eisbären nahm es erleichtert zur Kenntnis.

Don Jackson hatte nicht viel zu sagen. Der 3:2 (1:0, 2:1, 0:1)-Erfolg seiner Mannschaft sei nach der Niederlage in Frankfurt (0:4) wichtig und glücklich gewesen – und er brachte den Berlinern den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey-Liga. Der neunte Berliner Sieg im elften Saisonspiel entsprang einem zumindest am Anfang guten, aber auch seltsam verlaufenden Eishockeyspiel, das 5000 Zuschauer im ausverkauften Sportforum Hohenschönhausen zu sehen bekamen. Köln war mit Abstand die läuferisch stärkste Mannschaft, die sich in dieser Saison in Berlin präsentiert hat. Mit dem Tempo der Kölner konnten die Eisbären kaum mithalten. Mussten sie aber auch nicht, denn die Haie wirbelten ohne Ertrag.

Die Eisbären hingegen investierten wenig, waren aber effektiv. Die einzig wirklich gelungene Aktion der Berliner im ersten Drittel führte schon zum Tor. Nach einer Kombination mit Denis Pederson überwand Jens Baxmann Kölns Torwart Travis Scott. Weniger gekonnt kam das 2:0 im zweiten Drittel zustande. Da fand ein verunglückter Pass von Nathan Robinson in Deron Quint einen glücklichen Abnehmer und der Puck landete zum 2:0 im Kölner Tor. Der kurz darauf folgende verdiente Anschlusstreffer der Haie durch Mirko Lüdemann war wenig später vergessen, denn dann hatte Kölns Torwart Scott einen kapitalen Aussetzer. Abgefälscht vom Fanghandschuh des Kanadiers trudelte ein mittelmäßig guter Schuss von Pederson ins Kölner Netz. Zwar spielten die Berliner in Überzahl, aber der Treffer war alles andere als ein typisches Überzahltor.

Das Schlussdrittel begann mit einer unerfreulichen Überraschung für die Eisbären, da nun ein Kölner tatsächlich mal wieder ins Tor traf. Kamil Piros überwand den ansonsten guten Berliner Torwart Rob Zepp mit einem harten Distanzschuss. Das war es dann aber auch schon, die Eisbären konnten ihren knappen Vorsprung bis zur Schlusssirene retten und sich über einen glücklichen Sieg freuen, an dem Jackson etwas zu beanstanden hatte. „Wir müssen unser Überzahlspiel verbessern“, sagte der Berliner Trainer. Dafür hatte Doug Mason noch etwas zu sagen. „Berlin ist eine Topmannschaft“, fand der Kölner Trainer. Diesem Lob allerdings konnten die Eisbären gestern nicht vollkommen gerecht werden.

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