Sport : Glücklicher Trainer

Eisbären-Coach Pierre Pagé gewinnt der langen Spielpause vor dem Finale nur Positives ab

Claus Vetter

Berlin - Pierre Pagé und Don Jackson haben vor zehn Tagen ein längeres Telefonat geführt. Die beiden Nordamerikaner haben über ihre Gegner in den Play-off-Halbfinalserien der Deutschen Eishockey-Liga gesprochen. Düsseldorfs Trainer Jackson erzählte seinem Berliner Kollegen Pagé, dass er gegen die Kölner Haie „drei verschiedene Strategien“ parat halte. Bislang aber hat strategische Flexibilität der Düsseldorfer EG noch nicht den Einzug ins Finale beschert. Während sich Pagés Eisbären mit drei Siegen gegen Hannover bereits am Dienstag für die Endspielserie qualifiziert haben, gibt es am Sonntag in Düsseldorf das entscheidende Spiel zwischen der DEG und den Haien.

Bill Lindsay hatte mit seinem Ausgleichstreffer kurz vor Ablauf der 60 Minuten und dem Tor zum 5:4 in der Verlängerung am Donnerstag das fünfte Spiel erzwungen. Lindsay spielte von 1991 bis 1993 für die Quebec Nordiques in der National Hockey-Liga (NHL), Cheftrainer des Teams war Pierre Pagé, der Kotrainer hieß Don Jackson. „Das war typisch Bill, solche Tore“, sagt Pagé. „Er hat schon immer im entscheidenden Moment keine Nerven gezeigt.“ Ohnehin habe er nicht verstanden, warum Köln in der Verlängerung so viel aggressiver als Düsseldorf gewesen sei. Manche Spieler der Eisbären haben das auch nicht verstanden. Viele Profis hätten ihn gestern beim Training irritiert angeschaut, erzählt Pagé. „Die hatten gehofft, dass die am Sonntag gegen Düsseldorf spielen.“ Nun aber kennen die Eisbären ihren Gegner erst am Sonntag und müssen bis Donnerstag warten, ehe die Endspielserie beginnt. „Ich habe den Spielern gesagt: Ihr seid nicht glücklich, aber ich bin es“, sagt Pagé. „Pausen sind gut für angeschlagene Spieler und für die Spieler, die bisher in den Play-offs zu wenig geleistet haben.“ Die könnten nun ausgiebig trainieren.

Neben der physischen sei auch die psychologische Vorbereitung auf das Finale wichtig, sagt Manager Peter John Lee. Den Spielern müsse Selbstbewusstsein vermittelt werden. „Wir wollen den Titel nicht verteidigen, sondern gewinnen. Dazu müssen wir uns auf unsere Stärken konzentrieren.“ Dazu gehöre übrigens auch, dass nicht zu viel verraten werde. Auch nicht guten Freunden, sagt Pagé. „Wenn ich mit Don vor dem Finale noch mal sprechen sollte, dann bestimmt nicht über Eishockey.“ Es sei denn, Köln kommt weiter. Dann würden ein paar Tipps aus Düsseldorf nicht schaden.

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